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Mahasihanadasutta 14: 3. Die Gänge der inbrünstigen Bußübung

Das Löwengebrüll vor dem nackten Asketen Kassapa 14

Language
German

3. Die Gänge der inbrünstigen Bußübung

14.1

Daraufhin sagte Kassapa zum Buddha:

14.2

„Geehrter Gotama, diese Asketen und Brahmanen betrachten die folgenden Gänge der inbrünstigen Bußübung als etwas, das einen zu einem wahren Asketen oder Brahmanen macht:

14.3

Man geht nackt, wahrt den Anstand nicht. Man leckt die Hände ab und kommt oder wartet nicht, wenn man gerufen wird. Man nimmt keine Speise an, die einem gebracht wird oder eigens für einen zubereitet wurde, auch keine Einladung zum Essen.

14.4

Man nimmt nichts aus einem Topf oder einer Schüssel an, nichts von jemandem, der Schafe hält, der eine Waffe oder einen Spaten im Haus hat, nichts von da, wo ein Paar isst, wo eine Frau schwanger ist, stillt oder mit einem Mann lebt, nichts von da, wo ein Hund wartet oder Fliegen summen. Man nimmt weder Fisch noch Fleisch an, weder Bier noch Wein, und trinkt keine vergorene Grütze.

14.5

Man geht um Almosen nur zu einem Haus und nimmt nur einen Bissen, oder zu zwei Häusern und zwei Bissen, bis zu sieben Häusern und sieben Bissen.

14.6

Man lebt von einem Schüsselchen voll am Tag, zwei Schüsselchen voll, bis zu sieben Schüsselchen voll am Tag.

14.7

Man isst einmal am Tag, einmal jeden zweiten Tag, bis zu einmal pro Woche und so weiter, selbst bis zu einmal in zwei Wochen. Man lebt hingegeben an die Übung, in festen Abständen zu essen.

14.8

Diese Asketen und Brahmanen betrachten auch die folgenden Gänge der inbrünstigen Bußübung als etwas, das einen zu einem wahren Asketen oder Brahmanen macht:

14.9

Man isst Kräuter, Hirse, wilden Reis, mageren Reis, Wasserlattich, Reiskleie, Schaum von gekochtem Reis, Sesammehl, Gras oder Kuhmist. Man überlebt mit Wurzeln und Waldbeeren oder isst herabgefallene Früchte.

14.10

Diese Asketen und Brahmanen betrachten auch die folgenden Gänge der inbrünstigen Bußübung als etwas, das einen zu einem wahren Asketen oder Brahmanen macht:

14.11

Man trägt Roben aus Hanf, Hanf-Mischgewebe, Leichentuch, Lumpen, Lodhrabaum-Rinde, Antilopenfell, Antilopenfell-Streifen, Gewebe aus Kusagras, Rinden- oder Holzstückchen, Menschenhaar, Pferdehaar oder Eulenflügeln.

14.12

Man reißt sich Haar und Bart aus, verschreibt sich dieser Übung.

14.13

Man steht fortwährend, verweigert einen Sitz.

14.14

Man sitzt in der Hocke, verschreibt sich dem Unterfangen des Hockens.

14.15

Man legt sich auf eine Dornenmatte, benutzt eine Dornenmatte als Bett.

14.16

Man macht ein Brett zu seinem Bett, oder den blanken Boden.

14.17

Man liegt nur auf einer Seite.

14.18

Man kleidet sich in Staub und Schmutz.

14.19

Man lebt unter freiem Himmel.

14.20

Man schläft da, wo man seine Matte hinlegt.

14.21

Man isst unnatürliche Dinge, verschreibt sich der Übung, unnatürliche Speisen zu essen.

14.22

Man trinkt nicht, verschreibt sich der Übung, keine Flüssigkeiten zu trinken.

14.23

Man betreibt die Übung des rituellen Badens dreimal am Tag, auch am Abend.“

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