Pramāṇa · Search · About · API

Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s6: § 12. Tierheilkunde

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s6

Language
German

§ 12. Tierheilkunde

c32.s6.1

— Dieser in den Lehrbüchern des Āyurveda nicht behandelte Zweig der Medicin bezieht sich besonders auf Elephanten und Pferde, auf welche die Könige ein Monopol besassen¹. Schon Megasthenes berichtet von der Behandlung der Elephanten mit Milcheinspritzungen bei Augenentzündungen, mit schwarzem Wein bei anderen Leiden, mit warmem Wasser und Schweinefleisch und mit Butter bei Wunden². König Aśoka (3. Jahrh. v. Chr.) rühmt sich in seinen Inschriften der Einrichtung von Tierspitälern (*pasucikisā*) in seinem ganzen Reiche, wie deren noch jetzt besonders bei den Jainas vorkommen³. Der König Buddhadasa von Ceylon (4. Jahrh. n. Chr.) soll Ärzte sowohl für seine Truppen als für seine Elephanten und Pferde gehalten haben⁴. Im Pañcatantra (5, 79 Bü.) wird ein Dictum von Śālihotra über die Behandlung von Brandwunden der Pferde mit Affenfett angeführt. Indische Werke über Tierheilkunde scheinen frühe in das Arabische und Tibetische übersetzt worden zu sein, um 1030 citirt Alberuni aus einem indischen Buch über Elephantenmedicin, ein Werk über Pferdeliellkunde wurde angeblich im 14. Jahrhundert, ein weiteres im 17. Jahrhundert in das Persische und von da aus im 18. Jahrhundert in das Englische übertragen (von EARLES, Calcutta 1788)⁵. Gedruckt sind bis jetzt der Hastyāyurveda von Pālakāpya, der in 4 *sthāna* von den schweren, leichten und chirurgischen Krankheiten und der Therapie der Elephanten handelt⁶, und Jayadattas kürzeres Aśvavaidyaka oder Śālihotraśāstra, eine Darstellung der Pferdemedicin in 68 *adhy.*, nebst dem ähnlichen Aśvacikitsita von Nakula⁷. Das Aśvav. ist wohl im späteren Mittelalter entstanden, da das Opium darin vorkommt, andererseits eine Hs. von 1424 existirt; von dem Aśvacik. existirt eine nepalesische Hs. von 1364⁸. Die Nomenclatur und Behandlung der Krankheiten (z. B. *kuṣṭha*) gleicht den anderen medicinischen Werken. In ähnlicher Weise gab es auch einen Vṛkṣāyurveda über die Pflege und Krankheiten der Bäume⁹.

c32.s6.2

¹ Recht und Sitte 111. Vgl. Megasthenes (SCHWANBECK) Fr. 36; SBE. 17, 85.

c32.s6.3

² Megasth. Fr. 36—38.

c32.s6.4

³ BÜHLER, ZDMG. 37, 95—102.

c32.s6.5

⁴ Mahāvaṃsa 37, 97—100 (Colombo ed. nach GEIGER).

c32.s6.6

⁵ W. 291; SACHAU, Alberuni, Pref. XXXIV. XL; HAAS, ZDMG. 31, 663 ff.; HUTH l. c. 49, 281; IO. 989.

c32.s6.7

⁶ Ānand. Series Poona 1896, 717 S.

c32.s6.8

⁷ Bibl. Ind. Calcutta 1886, 12, 335, 15, 46, 63 S.

c32.s6.9

⁸ IO. 989; Aśvavaidy., Glossary 2; JRAS. 20, 550 (1888). Vgl. auch die Nachträge.

c32.s6.10

⁹ Oxf. 324 f.

Linked texts (5)