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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t21: B. Der Lavaṇoda (Salzozean) und seine Inseln

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t21

Language
German

B. Der Lavaṇoda (Salzozean) und seine Inseln

c7.s2.t21.1

(Brahmāṇḍap. Pū. Bhā. 19. 128 ff., Bhāgavatap. V. 19. 29 ff., Devībhāgavatap. VIII. 11. 31 ff., Mahābhārata VI. 251 ff., Mārkaṇḍeyap. 59. 28 f., Padmap. III. 3. 34 f., Varāhap. 84, Vāyup. 45. 51 ff., 48. 1 ff., 49. 123 ff.)

c7.s2.t21.2

Dimensionen des Lavaṇoda, Ebbe und Flut. Der Lavaṇoda umgibt rings den Jambūdvīpa und wird wieder vom Plakṣadvīpa resp. Śākadvīpa eingeschlossen. Seine Breite beträgt 100 000 Yojana. In der hellen Monatshälfte, also bei Mondzunahme steigt das Meer, sobald die Sonne untergegangen ist (astamite khage), fällt aber wieder bei abnehmendem Mond (prakṣīyamāṇe bahule). Zunahme und Abnahme des Meeres beträgt zur Zeit der beiden Mondwechsel (parvan) 510 Aṅgula.

c7.s2.t21.3

Südlich von Bhārata liegt 10000 Yojana weit im Ozean eine Insel, 3000 Yojana lang und 1000 Yojana breit. Sie trägt mannigfache Blumen und Früchte. Auf derselben liegt das Hauptgebirge (kulaparvata) der Vidyudvat. Die Insel hat Tausende von Flüssen und Teichen mit klarem süssen Wasser, und die geräumigen Höhlen bergen einen Reichtum verschiedener Metalle. 1100 Städte sind mit Männern und Weibern angefüllt, die schwarz sind, wie Affen von Früchten und Wurzeln leben, einen unlauteren Lebenswandel führen und ein Höchstalter von 80 Jahren erreichen.

c7.s2.t21.4

Die Inseln (antaradvīpa genannt im Gegensatz zu den dvīpa, Kontinenten) sind der Reihe nach 20, 30, 50, 86, 100 und 1000 Yojana lang und breit und von verschiedenartigen Wesen bewohnt. Kleine Inseln gibt es zu Tausenden. Beim Jambūdvīpa liegen sechs andere Inseln. Es sind Aṅgadvīpa, Yamadvīpa, Malayadvīpa, Śaṅkhadvīpa, Kuśadvīpa (= Kumuda°) und Varāhadvīpa.

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Aṅgadvīpa ist sehr umfangreich, wird von den verschiedenen Mleccha-Völkern bewohnt, ist mit Flüssen, Felsen und Wäldern geschmückt und reich an Edelsteinen, Gold und Korallen. Auf der Insel liegt ein Berg mit Namen Cakragiri mit vielen Wasserfällen und Schluchten.

c7.s2.t21.6

Yamadvīpa ist reich an Edelsteinen und Gold. Auf der Insel liegt der Berg Dyutimat, reich an Metallen.

c7.s2.t21.7

Malayadvīpa ist ganz rund, reich an Edelsteinen und Gold, Sandelbäumen und Flüssen und wird von Mleccha-Völkern bewohnt. Auf derselben liegt der Berg Malaya, reich an Silber. Dieser trägt die Wohnung des Agastya, die von Göttern und Asura verehrt wird. Auf einer Spitze des Trikūṭa liegt die Stadt Laṅkā, 100 Yojana breit und 30 Yojana lang. Sie ist für Menschen unzugänglich und wird von Rākṣasa bewohnt, die nach Belieben ihre Gestalt verändern können. Am Ostufer der Insel liegt die Wohnung des Śaṃkara, der den Namen Gokarṇa führt.

c7.s2.t21.8

Śaṅkhadvīpa ist ein Königreich und hat eine Breite von 100 Yojana. Er wird von verschiedenen Völkerschaften bewohnt. Auf demselben liegt der Berg Śaṅkhagiri, einer Muschel gleichend. Dieser ist reich an Edelsteinen und wird nur von tugendhaften Menschen besucht. Der Fluss Śaṅkhanāgā entspringt auf demselben und wird von dem Schlangenkönig Śaṅkhamukha bewohnt.

c7.s2.t21.9

Kumudadvīpa ist von vielen Dörfern bedeckt und reich an Edelsteinen. Die Insel scheint nach der Kumudā, der Schwester des Mahādeva (Śiva), benannt zu sein.

c7.s2.t21.10

Varāhadvīpa wird von vielen Mleccha-Völkern bewohnt, hat verschiedene Orte und Städte, ist reich an Gold und Getreide, voll von gerechten Menschen und mit bunten Flüssen, Felsen und Wäldern geschmückt. Auf ihm liegt der Berg Varāha, auf dem der Fluss Vārāhī entspringt. Man verehrt hier einzig den Viṣṇu in der Form des Varāha.

c7.s2.t21.11

Nördlich von Uttarakuru liegt 5000 Yojana weit im Meere die Insel Candra-dvīpa (Varāhap., Text: Sūryadvīpa, Var.: Candradvīpa), 1000 Yojana im Umkreis, ein Wohnsitz der Götter. In der Mitte liegt ein Berg, der im Vāyupurāṇa näher beschrieben wird. Auf diesem Berge entspringt der Strom Candrāvartā, dessen Wasser so klar wie das Mondlicht ist. Hier ist der Aufenthaltsort des Mondes, stets steigt er hierhin herab. Die hier lebenden Menschen haben das Aussehen des Vollmondes, sind vom Monde geliebt, besitzen alle guten Eigenschaften des Geistes und erreichen ein Lebensalter von 1000 (Varāhap.: 10000) Jahren.

c7.s2.t21.12

Westlich von dieser Insel liegt in einer Entfernung von 4000 Yojana im Meere die Insel Bhadrākara (Varāhap.: Bhadrākāra, Mārkaṇḍeyap.: Bhadradvīpa), 10000 (Varāhap.: 1000) Yojana im Umkreis. Hier ist ein Thron des Vāyu, der hier leibhaftig an den Parvan's verehrt wird. Die Bewohner dieser Insel sind goldfarben und mit Gold geschmückt. Sie gleichen den Göttern, haben gute Eigenschaften, werden 500 (Varāhap.: 5000) Jahre alt und verehren den Vāyu als Gottheit.

c7.s2.t21.13

Die sekundären Inseln (upadvīp.) nach dem Bhāgavata- und Devībhāgavatapurāṇa. Nach dem Bhāgavatap. V. 19. 29 ff. und Devībhāgavatap. VIII. 11. 30 ff. gehören zum Jambūdvīpa noch acht sekundäre Inseln (upadvīpa), die von den Söhnen Sagara's gebildet wurden, als sie das geraubte Opferpferd suchten und die Erde durchwühlten. Sie heissen 1. Svarṇaprastha, 2. Candraśukla (Devībhāgavatap.: °śukra), 3. Āvartana, 4. Ramaṇaka (Devībhāgavatap.: Ramāṇaka), 5. Mandarahariṇa (Devībhāgavatap.: Mandaropākhyahariṇau), 6. Pāñcajanya, 7. Siṃhala, 8. Laṅkā.

c7.s2.t21.14

Nach Mahābhārata VI. 251 f. und Padmap. III. 3. 74 f. hat der Jambūdvīpa das Aussehen eines Hasen, und die beiden Inseln Nāgadvīpa und Kaśyapadvīpa sollen hierbei die Ohren des Hasenkopfes vertreten.

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