Pramāṇa · Search · About · API

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c8.s4.t3: 1. Die Cāturmahārājika

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c8.s4.t3

Language
German

1. Die Cāturmahārājika

c8.s4.t3.1

¹ Beal: Catena S. 71 ff.

c8.s4.t3.2

Diese sind die vier Könige Dhataraṭṭha (Dhṛtarāṣṭra), Virūḷha(ka) (Virūḍhaka), Virū- Allgemeine Anpakkha (Virūpākṣa) und Vessavaṇa (Vaiśrāvaṇa). Nach Dīgha-Nikāya 2 S. 207, 220, 257 f. gaben. und 3 S. 197 ff. sitzt im Osten Dhataraṭṭha, dem Gesicht nach Westen gewandt (2 S. 207: puratthimāya disāya Dh. mahārājā pacchāmukho nisinno hoti . . .), der Herr der Gandharva (3 S. 197: . . . Gandhabbānam adhipati . . .), im Süden Virūḷha(ka), das Gesicht nach Norden gewandt (2 S. 207: dakkhiṇāya . . . V . . . uttarābhimukho . . .), der Herr der Kumbhaṇḍa (3 S. 198: . . . Kumbhaṇḍānam ā . . .), im Westen Virūpakkha, das Gesicht nach Osten gewandt (2 S. 207: pacchimāya . . . V . . . puratthimābhimukho . . .), der Herr der Nāga (3 S. 199: . . . Nāgānam ā . . .) und im Norden Vessavaṇa, das Gesicht nach Süden gewandt (2 S. 207: uttarāya . . . V . . . dakkhiṇābhimukho . . .), der Herr der Yakṣas (3 S. 202: . . . Yakkhānam ā . . .). Sie sind die vier Welthüter und jeder beschützt die ihm zugewiesene Weltgegend (. . . yam disam abhipāleti . . .). In Dhammapāla’s Paramatthadīpanī 3 S. 17, 18 und im Petavathu S. 4 wird ihnen das Prädikat „ruhmreich“ beigelegt. Nach Dīgha-Nikāya 3 S. 197 ff. hat jeder 91 Söhne, die alle den Namen Inda (Indra) tragen (asīti dasa eko ca Indanāmā mahabbalā). Sie erfreuen sich an Tanz und Gesang, wie an der gleichen Stelle bei jedem bemerkt wird (. . . ramati naccagītehi . . .).

c8.s4.t3.3

Was in den Texten sich sonst noch an bemerkenswerten Einzelheiten über die Welthüter findet, ist folgendes:

c8.s4.t3.4

a) Dhataraṭṭha. Dīgha-Nikāya 2 S. 258 werden eine Reihe seiner Untertanen, der Dhṛtarāṣṭra. Gandharven, mit Namen angeführt, nämlich: Māyā, Kuṭeṇḍu, Veteṇḍu, Viṭuc, Viṭucca, Candana, Kāmasetṭha, Kinnughaṇḍu, Nighaṇḍu, Paṇāda, Opamañña, Mātali, Cittasena, Nala, Janesabha, Pañcasikha und Timarū ²).

c8.s4.t3.5

² Dīgha-Nikāya 3 S. 204/5 werden die Namen Candana bis Janasabha erwähnt, doch scheinen dieselben hier Yakṣas zu bezeichnen.

c8.s4.t3.6

Nach Mahāvastu 3 S. 305 ff. ist Dhṛtarāṣṭra der Herr der acht Göttermädchen (devakumārikā) Nandottarā, Nandisenā, Nandinī, Nandirakṣitā, Jayantī, Vijayantī, Siddhārthā und Aparājitā. In seinem Reiche soll das Caitya „Cāpala“ liegen.

c8.s4.t3.7

b) Virūḷhaka. Über ihn finde ich nur Angaben an der genannten Stelle des Mahā- Virūḍhaka. vastu. Hiernach scheint Virūḍhaka die Herrschaft mit Yama, dem südlichen Welthüter der Brāhmaṇen zu teilen. Nach Mahāvastu 3 S. 84 hat er tausend Augen. Die acht Göttermädchen, die ihm gehören, sind: Lakṣmīmatī, Śirīmatī, Yaśomatī, Yaṣodharā, Śubheṣṭhitā, Suprabhātā, Suviśuddhā und Suvyākṛtā. Im Süden liegt auch das Caitya „Abhipaśya“.

c8.s4.t3.8

c) Virūpakkha. Dīgha-Nikāya werden einzelne Klassen der Nāga, der Untertanen Virūpākṣa. desselben, genannt und zwar: die Nābhasa-, Vesāla-, Tacchaka-, Kambalassatra-, Pāyāga-, Yāmuna- und Dhataraṭṭha-Nāga und der grosse Nāga Erāvana. Lalitavistara S. 204 und 219 werden folgende Nāga mit Namen genannt: Varuṇa, Manasvin, Sāgara, Anavatapta, Nanda und Upananda.

c8.s4.t3.9

Nach dem Mahāvastu beherrscht Virūpākṣa zusammen mit Varuṇa den Westen. Ihm gehören die Göttermädchen: Alambuṣā, Miśrakeśī, Ariṣṭā, Suprabhāyakā — infolge Textverderbnis wird der Name der fünften nicht genannt —, Kṛṣṇā, Śukrā und Draupadī. Im Westen liegt der Berg „Asta“ (Untergangsberg), der Wendepunkt von Sonne und Mond (āvarto candrasūryāṇām).

c8.s4.t3.10

d) Vessavaṇa. Dīgha-Nikāya 3 S. 201 wird gesagt, dass der Grosskönig Kubera, dem sonst der Norden zugewiesen wird, hier Vessavaṇa genannt werde ¹). Nach Mahāvastu 3 S. 306 beherrscht Kubera ebenfalls den Norden.

c8.s4.t3.11

Nach Dīgha-Nikāya 3 S. 200 ff. sind in seinem Reiche im Luftraum folgende Städte errichtet (. . . nagarā . . . antalikkhe samāpitā): Āṭanāṭā, Kusināṭā, Parukusināṭā, Nāṭapuriyā, Parakusitanāṭā, im Norden Kapivanta, im Westen Janogha, dann Navanavatīya, Ambara, Ambaravatīya und die Königsresidenzen Āḷakamandā und Visāṇā. Sodann liegt hier noch die Sabhā Bhagalavati, die von den Yakṣas umlagert wird. Endlich ist hier ein See mit Namen Dharaṇī, von wo der Regen herkommt. Die Bäume tragen hier stets Früchte und werden von Vogelscharen der verschiedensten Art bewohnt. Der Lotusteich des Kubera (Kuveranalinī) ist stets in Blüte. Dīgha-Nikāya 3 S. 201 werden noch genannt: Tatolā, Tattalā, Tatotalā, Ojasi, Tejasi, Tatojasi, Sūra, Ariṭṭha und Nemi. Der Herausgeber des Textes, J. E. Carpenter, fasst diese als Namen von Personen auf, die in dem Reich des Vessavaṇa eine Rolle spielen sollen.

c8.s4.t3.12

Nach dem Mahāvastu hat der nördliche Weltkönig „Kubera“ die acht Göttermädchen: Ilā devī, Surā devī, Pṛthivī, Padumāvatī, Āśā, Śraddhā, Hirī und Śrī. In seinem Reich liegt auch der Berg Kailāsa, der Wohnort der Yakṣas und Rākṣasa.

Cites (7)