Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c8.s5.t1: A. Das Reich der Asura
Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c8.s5.t1
- Language
- German
A. Das Reich der Asura
c8.s5.t1.1
Die Asura, ihre Vertreibung aus dem Himmel und ihre neuen Wohnplätze.
c8.s5.t1.2
Die Asura sind eine Dämonenklasse, denen auch der Brāhmaṇismus und Jainismus Unterweltsräume anweist. Nach der Mythologie sollen dieselben von Śakra und seinen Genossen im Kampfe besiegt und aus dem Himmel vertrieben worden sein. Dīgha-Nikāya 2 S. 259 werden sie Brüder des Vāsava (bhātaro Vāsavass’ ete...) genannt und im Kommentar zum Dhammapada S. 272 ²) wird erzählt, dass sie ursprünglich im Tāvatimsa-Himmel wohnten. Als sie ein Trinkgelage veranstalteten, verbot Śakra seiner Umgebung sich daran zu beteiligen und liess die Asura, als sie trunken waren, an den Füssen anfassen und in den grossen Ozean hinabwerfen. Durch die Kraft ihrer guten Werke entstand ihnen an der unteren Seite des Meru der Asuravimāna und der Baum Cittapāṭali. Seitdem sind sie Antipoden und Feinde der Götter. Jātaka 1 S. 202 wird vom Reiche (bhavana) der Asura gesagt, dass es an Grösse der Welt der Tāvatimsa entspreche und den Wunschbaum Cittapāṭali enthalte, der ganz genau dem Baume Pāricchataka jener entspreche ³). Samyutta-Nikāya 4 S. 206 wird Pātāla erwähnt, wohin der Brāhmaṇismus die Asura hinversetzt. Es wird hier aber ausgeführt, dass der ungebildete gewöhnliche Mensch das unwahre und unwissende Wort sage, „im grossen Ozean liegt Pātāla“ (...tam kho panetam b. assutavā puthujjano asantam asamvijjamānam evam vācam bhāsati: Atthi mahāsamudde pātālo ti).
c8.s5.t1.3
Die Namen einzelner Asura's.
c8.s5.t1.4
Die Namen von einigen Asura werden Dīgha-Nikāya 2 S. 259 angegeben. Als eine bestimmte Klasse der Asura werden nur die Dānaveghasa genannt; als Namen einzelner Asura werden genannt: Kālakañjā, Vepacitti, Sucitti, Pahārāda, Namucī und Bali mit einigen Hundert Söhnen, die alle Veroca heissen.
c8.s5.t1.5
1) Ähnlich, aber ausführlicher Dīgha-Nikāya 3 S. 262, 267 f.
2) In etwas abweichender Form erzählt im Kalāvakajātaka; s. Andersen: Pāli reader, P. 1, S. 59 (Nr. 31).
3) Siehe auch Hardy: Manual S. 58. Beal: Catena S. 50 ff.
c8.s5.t1.6
Die Schlangengötter (Nāga), die sonst auch immer in die Unterweltsräume versetzt werden, sind nach dem Kanon die Gefolgsleute des westlichen Welthüters Virūpakkha, worüber bereits gehandelt ist. Die in Beal’s Catena S. 48 ff. angeführten buddhistischen Schriften weisen ihnen den Ozean als Wohnstätte an. Ihre Paläste sollen im Norden des Meru liegen und die der Asura im Osten desselben.
Linked texts (5)
- Mahāsamayasutta — Pāli
- Jātaka — Pāli
- Saṅgītisutta — Pāli
- Pahānasutta — Pāli
- Dhammapada — Pāli