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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c8.s7: 7. Kapitel. Die Einteilung der Welt in den Kāmāvacara, Rūpāvacara und Arūpāvacara

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c8.s7

Language
German

7. Kapitel. Die Einteilung der Welt in den Kāmāvacara, Rūpāvacara und Arūpāvacara

c8.s7.1

Die Buddhisten teilen die Welt in einen Kāmāvacara „Welt der Sinnlichkeit“, Rūpāvacara „Welt der Formlosigkeit“ ein. Diese Einteilung des Weltalls ist keine natürliche gegebene, wie sich aus den Namen schon ergibt, sondern beruht auf einer philosophischen Spekulation, kann deshalb auch nicht dem ältesten Buddhismus angehören, sondern muss erst mit der buddhistischen Metaphysik entstanden sein, da sie sich ja auf gewisse metaphysische Begriffe stützt. Deshalb findet man dieselbe klar ausgesprochen auch erst in den jüngeren Schriften des Kanons.

c8.s7.2

Die Vorbereitung war zweifellos die Einteilung der Wesens-Zustände (bhava) in sinnliche (kāma-), körperliche (rūpa-) und körperlose Existenz (arūpabhava), wie das im Dīgha-Nikāya 2 S. 57 geschieht, und diese Einteilung wurde dann auf das Weltall projiziert.

c8.s7.3

Eine nähere Erläuterung dieser Welteinteilung findet sich sozusagen wörtlich Patisambhidāmagga 1 S. 83 und Dhammasaṅgaṇi S. 223 f.

c8.s7.4

Der ganze Raum von der untersten Hölle Avīci bis zum sechsten Götterhimmel, dem Kāmāvacara der Parinirmitavaśavartin einschliesslich, ist die Welt der Sinnlichkeit (kāmāvacarā bhūmi). Den in diesem Raum lebenden Wesen kommen die fünf Attribute des Seins (khandha, sanskr.: skandha): Gestalt (rūpa), Empfindung (vedanā), Bewusstsein (saññā = saṃjñā), Die Saṅkhāra (samskāra) und Wahrnehmung (viññāṇa = vijñāna) zu ²).

c8.s7.5

² Über Saṃkhāra s. R. O. Franke: Dīghanikāya. Göttingen 1913. S. 307 ff. Über die Art der Fortpflanzung, allerdings nach jungen Quellen, siehe Koeppen 1 S. 254 f.

c8.s7.6

Der Raum vom Brahmaloka bis zur Region der Akaniṭṭha-Götter einschliesslich ist Rūpāvacara die Welt der Form (rūpāvacarā bhūmi). Die Wesen, die in diesem Raum leben, haben die Eigenschaften, die sich auf Begriffe über innere Eindrücke und äussere Objekte (cittacetasikā dhammā) beziehen. Es kommen ihnen die fünf Attribute des Seins zu, aber nicht die sinnliche Lust.

c8.s7.7

Der Raum von dem Himmel der Ākāsānañcāyatana-Götter bis zu dem der Naiva- Arūpāvacara. saṃjñānāsaṃjñāyatana-Götter ist die Welt der Formlosigkeit (arūpāvacarā bhūmi). Die Bewohner derselben haben die gleichen Eigenschaften wie die der Welt der Form, es fehlt ihnen jedoch das erste Attribut des Seins, die Gestalt.

c8.s7.8

Als vierte über den genannten Regionen liegende Welt nennen unsere beide Texte Das Nirvāṇa. noch die Welt des Nichts (apariyāpannā bhūmi), d. i. das Nirvāṇa. „Aufgehoben sind hier die [vier] Pfade und die Früchte derselben und immateriell ist das Wesensprinzip“ (apariyāpannā maggā ca maggaphalāni ca asaṅkhatā ca dhātu, ayaṃ pariyāpannā bhūmi).

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