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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s3.t8: a) Die Sonne

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c9.s3.t8

Language
German

a) Die Sonne

c9.s3.t8.1

Die beiden Sonnen des Jambūdvīpa, die Bharata- und Airāvata-Sonne, bewegen sich um den Meru in 184 Kreisbahnen, von denen 65 über dem Jambūdvīpa und die übrigen 119 über dem Lavaṇoda liegen. Die innerste Bahn ist von der äussersten 510 Yojana entfernt, so dass das Bewegungsfeld der beiden Sonnen eine ringförmige Fläche bildet, deren Breite jene Entfernung, vermehrt um die Breite einer Sonnenscheibe, also 510 48/61 Yojana beträgt.

c9.s3.t8.2

Die Breite einer Sonnenbahn ist gleich der Breite der Sonnenscheibe (48/61 Yojana), und der Zwischenraum zwischen je zwei Sonnenbahnen beträgt je 2 Yojana. Die Summe der sämtlichen Sonnenbahnen beträgt demnach 184 · 48/61 = 144 48/61 Yojana und die Summe aller Zwischenräume beträgt 183 · 2 = 366 Yojana. Die innerste Bahn ist vom Mittelpunkt des Jambūdvīpa 49 820 (vom Meru 44 820) Yojana entfernt, die nächstfolgende 49 822 48/61 (vom Meru 44 822 48/61) Yojana. Die Entfernung jeder weiteren Kreisbahn vom Mittelpunkt des Jambūdvīpa nimmt um je 2 48/61 zu, bis die äusserste Kreisbahn von demselben 50 330 Yojana entfernt ist. Es beträgt also die Breite des Bewegungsfeldes der Sonne über dem Jambūdvīpa 180 und die Breite des Bewegungsfeldes über dem Lavaṇoda 330 48/61 Yojana. Der Umfang des innersten Kreises beträgt π = 3,16227 · 315 089 und die des äussersten 318 315 Yojana.

c9.s3.t8.3

Zur Vollendung einer Kreisbahn gebraucht jede der beiden Sonnen je 2 Nychthemera, d. i. 60 Muhūrta oder die Bharata-Sonne durchläuft den 1., 3., 5. usw., und die Airāvata-Sonne den 2., 4., 6. usw. Kreis, oder die erstere beleuchtet die südliche Hälfte des Jambū-

c9.s3.t8.4

1) Trailokyadīpikā Bl. 71 b; Trailokyasāra Bl. 40 b.
2) Trailokyadīpikā Bl. 71 b f.
3) Jambūdvīpaprajñapti Bl. 310 ff.; Lokaprakāśa S. 635 ff., Trailokyadīpikā Bl. 67 a ff.

c9.s3.t8.5

dvīpa jeden 1., 3., 5. usw. Tag und die letztere jeden 2., 4., 6. usw. Tag, und die erstere die nördliche Hälfte des Jambūdvīpa jeden 2., 4., 6. usw. Tag und die nördliche diese jeden 1., 3., 5. usw. Tag. Für unsere Berechnungen ist das praktisch bedeutungslos, es ist hier nur gleich zu bemerken, dass infolge der Verdoppelung aller Himmelskörper stets nur mit einer halben Kreisfläche zu rechnen ist.

c9.s3.t8.6

Durchläuft die Sonne die innerste Kreisbahn, so ist der Tag des Sommersolstizes, die Sonne steht am nächsten, und die Länge des Tages beträgt 18, die der Nacht 12 Muhūrta. Durchläuft die Sonne die äusserste Kreisbahn, so steht die Sonne am weitesten, es ist der Tag des Wintersolstizes; und die Länge von Tag und Nacht verhalten sich umgekehrt. Durchläuft die Sonne die mittlere Bahn, so ist der Tag des Frühjahrs- oder Herbst-Äquinoktiums, Tag und Nacht sind gleich lang, beide betragen je 15 Muhūrta. Der Unterschied des längsten und kürzesten Tages beträgt 6 Muhūrta und die tägliche Ab- und Zunahme von Tag und Nacht beträgt 6/183 = 2/61 Muhūrta.

c9.s3.t8.7

Am Tage des Sommersolstizes, wenn die Sonne also die innerste Kreisbahn durchläuft, legt sie in einem Muhūrta eine Strecke von 315 089/60 = 5251 29/60 Yojana und während der ganzen Zeit des Tages eine solche von 18.5251 29/60 = 94 526 7/10 Yojana zurück. Die Strecke, die sie während der Nacht zu durchwandern hat, beträgt 12.5251 29/60 = 63 017 4/5 Yojana. Steht die Sonne im nächstinneren Kreise, so legt sie in einem Muhūrta eine Strecke von 315 107/60 = 5251 47/60 Yojana und während des Tages eine solche von (18-2/61).5251 47/60 = 94 359 1666/1830 Yojana zurück. In der Nacht hat sie alsdann eine Strecke von (12+2/61).5251 47/60 = 63 193 1039/1830 Yojana zu durchwandern. Hat die Sonne die äusserste Kreisbahn erreicht, so legt sie in einem Muhūrta eine Strecke von 318 315/60 = 5305 15/60 Yojana und während des Tages eine solche von 12.5305 15/60 = 63 663 Yojana zurück. Für die Nacht bleibt dann noch eine Strecke von 18.5305 15/60 = 95 494 1/2 Yojana übrig. Geht die Sonne am Horizont auf oder unter, so ist die Entfernung derselben von dem Auge des Beobachters, der sich zufällig unter der Sonnenbahn des Tages befindet, als Bogen gemessen, jedesmal stets die Hälfte des jeweiligen Tagesbogens.

c9.s3.t8.8

Die Dimensionen des Lichtfeldes. Da die Sonne den Meru stets umwandelt, so wechseln die Tag- und Nachtzonen stetig. Beide haben ähnliche Formen und werden mit einer nach oben gerichteten Kalambukā-Blume¹ verglichen. Sie sind innen, d. h. am Meru oder nach Norden eng und aussen, d. h. am Lavaṇoda oder nach Süden hin breit. Im Norden reichen sie bis zur Mitte des Meru und im Süden in den Lavaṇoda hinein bis zum Sechstel seiner Breite, haben also eine Länge von 45 000 + 200 000/6 = 78 333 1/3 Yojana. Nach oben reichen die Strahlen bis 100 Yojana in die Höhe und nach unten bis 1800 Yojana in die Tiefe. Dieses sind die stetigen Faktoren der Tag- und Nachtzonen. Die veränderlichen Faktoren sind ihre Breitenausdehnungen, die sich stets zu einander verhalten wie die jeweiligen Längen von Tag und Nacht. Am Tage des Sommersolstizes — die Sonne durchwandert die innerste Kreisbahn — beträgt die Ausdehnung der Tagzone am Meru 31 623/2 . 18/30 = 9486 9/10 und die der Nachtzone 31 623/2 . 12/30 = 6324 6/10 Yojana. Zur gleichen Zeit betragen die Breiten der Tag- und Nachtzonen auf dem Umfang des Jambūdvīpa gemessen 94 860 4/10 und 63 245 6/10 Yojana, und an ihrem äussersten Rande im Lavaṇoda 158 113 4/5 und 105 409 1/5 Yojana. Zur Zeit des Wintersolstizes — die Sonne durchwandert die äusserste Kreisbahn — verhalten sich die entsprechenden Breiten der Tag- und Nachtzonen genau umgekehrt. Die Differenzen zwischen den Breiten der Tag- und Nachtzonen zur Zeit des Sommer- und Wintersolstizes verteilen sich gleichmässig auf die zwischen beiden liegenden Tage. Die tägliche Zu- und Abnahme der Breiten der Tag- und Nachtzonen beträgt demnach am Meru (9486⁹/₁₀ - 6324⁶/₁₀): 183 = 17⁵¹³/₁₈₃₀ Yojana, auf der äussersten Kreisbahn (9452⁶⁷/₁₀ - 6301⁷⁴/₅): 183 = 17⁸²⁹/₁₈₃₀ Yojana; auf der äussersten Kreisbahn (9549⁴/₂ - 6366³): 183 = 17³¹⁷²⁵/₁₈₃₀ Yojana und endlich an ihren Enden (15811³⁴/₅ - 10540⁹¹/₄): 183 = 28⁸⁶/₁₈₃₀ Yojana.

c9.s3.t8.9

¹ Convolvulus repens.

c9.s3.t8.10

Der Aufgangspunkt der Sonne lässt sich am Tage des Sommersolstizes für einen Beobachter, der zur Zeit des Sonnenaufgangs genau unter der inneren Sonnenbahn und auf dem von Norden nach Süden verlaufenden, Bharata genau halbierenden Meridian befindet, auf folgende Weise auch örtlich berechnen. Der halbe Tagesbogen oder die Entfernung der aufgehenden Sonne vom Auge des fraglichen Beobachters am Bogen der Kreisbahn gemessen, beträgt an diesem Tage 4726²¹/₆₀ Yojana. Subtrahiert man nun von der Bogenhöhe des Niṣadha — s. S. 216 — (33157¹⁷/₁₉ Yoj.) und der des Harivarṣa (16315¹⁵/₁₉ Yoj.) je die Breite des Bewegungsfeldes der Sonne auf dem Jambūdvīpa (180 Yoj.), so betragen die entsprechenden Bogen zu diesen beiden neuen Bogenhöhen 123768⁹/₁₉ und 83377¹⁸/₁₉ Yojana. Die halbe Differenz beider Bogen (123768⁹/₁₉ - 83377¹⁸/₁₉ : 2 = 20195⁵/₁₉ Yoj.) ergibt das Bogenstück über dem Niṣadha. Subtrahiert man nun den halben Tagbogen (4726²¹/₆₀ Yoj.) von dem halben Bogen, der zur Bogenhöhe des Niṣadha gehört, die um die Breite des Bewegungsfeldes der Sonne auf dem Jambūdvīpa vermindert ist (61884⁴/₁₉ Yojana), und subtrahiert die Differenz dieser beiden Bogen (61884⁴/₁₉ - 4726²¹/₆₀ = 14621 Yojana) von dem obengenannten Bogenstück über dem Niṣadha, so gibt die Differenz beider 20195⁵/₁₉ - 14621 = rund 5574 Yojana) die Entfernung des Aufgangspunktes der Sonne vom Südrande des Niṣadha aus. Da die Entfernung desselben vom Ostrande des Niṣadha 180 Yojana beträgt, so ist für den Tag des Sommersolstizes der Aufgangspunkt und ebenfalls der Untergangspunkt, dessen Lage ersterem entsprechen muss, örtlich festgelegt.

c9.s3.t8.11

Da die Kreisbahnen von innen nach aussen immer grösser werden und die Sonne bei ihrem Lauf aus der innersten zu der äussersten Kreisbahn jeden Tag eine grössere Strecke zu durchlaufen hat, so muss ihre Schnelligkeit stetig zu- resp. beim umgekehrten Lauf von der äussersten Kreisbahn zur innern abnehmen. Deshalb vergleicht die Trailokyādīpikā¹) die Sonne mit einem Elephanten, einem Pferde und einem Löwen, je nachdem sie die innerste, mittelste oder äusserste Kreisbahn durchläuft.

c9.s3.t8.12

¹ Bl. 68 b.

c9.s3.t8.13

Zu allen Tageszeiten steht die Sonne in Wirklichkeit gleich hoch, nur infolge der Behinderung des Lichtes (lesāpaḍighāeṇam) erscheint sie zur Zeit des Aufganges und Unterganges am Horizont zu stehen.

c9.s3.t8.14

Am Anfange des Jahres, d. i. am Tage des Sommersolstizes, misst der Schatten des Menschen in der Sonne 2 pada, nimmt alsdann in den 4 Monaten der Regenzeit (śrāvaṇa, bhādrapada, āśvayuja, kārttika) und den beiden ersten Wintermonaten (mārgaśīrṣa, pauṣa) um je 4 aṅgula zu, beträgt am Schluss des ersten Halbjahres, am Tage des Wintersolstizes 2+ (4.6 = 24 aṅgula) 2 = 4 pada. Alsdann nimmt die Länge des Schattens in den beiden letzten Wintermonaten (māgha, phālguna) und den 4 Sommermonaten (caitra, vaiśākha, jyeṣṭha, āṣāḍha) in der gleichen Weise wieder ab und beträgt am Schluss des Jahres nur mehr 2 pada ²).

c9.s3.t8.15

² Jambūdvīpapr. Bl. 366 f.; s. hierüber bes. H. Jacobi in ZDMG. 74 (1920) S. 247 ff.

c9.s3.t8.16

b) Der Mond ¹).

c9.s3.t8.17

Anzahl der Mond- Die beiden Monde des Jambūdvīpa, der Bharata- und der Airāvata-Mond, umwandern bahnen, ihre Lage ebenso wie die Sonnen den Meru in 15 Kreisbahnen, von denen 5 über dem Jambūdvīpa und und Entfernung von 10 über dem Lavaṇoda liegen. Ihr Bewegungsfeld fällt hinsichtlich seiner Lage und Ausdeheinander. nung mit dem der Sonnen zusammen. Die Entfernung der innersten und äussersten Kreisbahn vom Meru ist die gleiche wie die der entsprechenden Sonnenbahnen.

c9.s3.t8.18

Die tägliche Bewe- Die Breite einer Mondbahn ist gleich der Breite des Mondkörpers (⁵⁶/₆₁ Yojana), und gung des Mondes. der Zwischenraum zwischen je zwei Mondbahnen beträgt nach Angabe der Śvetāmbara 35+ ³⁰/₆₁ + ⁴/₇·₆₁ Yojana. Da die Summe einer Kreisbahn und eines Zwischenraumes mit 36+²⁵/₆₁ +⁴/₇·₆₁ Yojana angegeben wird, so beträgt die Summe der 15 Kreisbahnen und 14 Zwischenräume 14.(36+²⁵/₆₁ +⁴/₇·₆₁) +⁵⁶/₆₁ = 509⁵³/₆₁ +⁵⁶/₆₁ = 510⁴⁸/₆₁ Yojana.

c9.s3.t8.19

Die Trailokyadīpikā gibt als Breite eines Zwischenraumes und einer Mondbahn 36¹⁸³/₄₂₇ Yojana an. Darnach beträgt also die Breite des Bewegungsfeldes der Monde 14.36¹⁸³/₄₂₇+ ⁵⁶/₆₁ = 510⁵⁶/₆₁ Yojana.

c9.s3.t8.20

Da die Schnelligkeit des Mondes geringer ist als die der Sonne, so gebraucht er längere Zeit, um eine Kreisbahn zu durchlaufen. Während die Sonne eine Kreisbahn in 60 Muhūrta durchwandert, gebraucht der Mond 62²³/₂₂₁ Muhūrta dazu, oder er durchwandert in einem Muhūrta x·62²³/₂₂₁ = x·²²¹/₁₃₇₂₅ des von der Sonne in einem Muhūrta durchwanderten Raumes. In dieser Gleichung ist die Zahl x durch 15 verschiedene Werte, die Umfänge der 15 Mondbahnen, zu ersetzen. Da z. B. die innerste Mondbahn übereinstimmend mit der innersten Sonnenbahn einen Umfang von 315 089 Yojana hat, so misst die vom Monde in einem Muhūrta auf ihr durchlaufene Strecke 315 089.²²¹/₁₃₇₂₅ = 5073⁷⁷⁴⁴/₁₃₇₂₅ Yojana. Die zweitinnerste Mondbahn hat einen Umfang von etwas mehr als 315 319 Yojana und die in einem Muhūrta vom Monde auf ihr durchlaufene Strecke beträgt alsdann 315 319.²²¹/₁₃₇₂₅ = 5125³⁶⁷⁴/₁₃₇₂₅ Yojana. Für die drittinnerste Kreisbahn beträgt die in einem Muhūrta durchlaufene Strecke 315 549.²²¹/₁₃₇₂₅ = 5080¹³ ³²⁹/₁₃ ₇₂₅ Yojana und für die äusserste 318 315.²²¹/₁₃₇₂₅ = 5125⁶⁹⁹⁰/₁₃₇₂₅ Yojana. Aus den Resultaten ergibt sich, dass die in einem Mubūrta vom Monde durchlaufene Strecke während seiner Wanderung von der innersten zur äussersten Kreisbahn um je 3⁹⁶⁵⁵/₁₃₇₂₅ = 3¹⁹³¹/₂₇₄₅ Yojana zunimmt resp. im umgekehrten Falle abnimmt. Die Jambūdvīpaprajñapti ²) gibt diese Differenz auf 3⁹⁶/₁₅₅ Yojana an.

c9.s3.t8.21

Verhältnis der Lage Durch Berechnung lässt sich feststellen, dass die erste bis fünfte und die elfte bis der Mondbahn zu fünfzehnte Kreisbahn des Mondes ganz oder teilweise mit den Kreisbahnen der Sonne zusammenden Sonnenbahnen. fallen, d. h. 80 Yojana über diesen liegen. Deshalb werden sie sūryasammiśra „teilweise mit den Sonnenbahnen zusammenfallend“ genannt. Die sechste bis zehnte Kreisbahn des Mondes fällt aber nicht mit Sonnenkreisbahnen zusammen.

c9.s3.t8.22

c) Die Nakṣatra ³).

c9.s3.t8.23

Anzahl d. Nakṣatra- Wie die Jambūdvīpaprajñapti ausführt, haben die Nakṣatra 8 Kreisbahnen, von denen Bahnen u. Verhält- 2 über dem Jambūdvīpa und die übrigen 6 über dem Lavaṇoda liegen. Sämtliche 8 Kreisnis ihrer Lage zu der d. Mondbahnen. bahnen der Nakṣatra fallen mit Kreisbahnen des Mondes zusammen. Da die Nakṣatra sich

c9.s3.t8.24

1) Jambūdvīpaprajñapti Bl. 333 ff.; Lokaprakāśa S. 669 ff. 2) Bl. 337 b.
3) Jambūdvīpaprajñapti Bl. 338 ff.; Lokaprakāśa S. 695.

c9.s3.t8.25

nun nicht in der Richtung von Norden nach Süden bewegen und ihre Stellung zu einander stets beibehalten, so ist die Angabe von den 8 Kreisbahnen derselben zu verstehen, dass eine Konjunktion des Mondes mit einzelnen Nakṣatra nur stattfinden kann, wenn er eine von den 8 Kreisbahnen durchläuft. Diese sind die 1., 3., 6., 7., 8., 10., 11., 15. Bahn des Mondes.

c9.s3.t8.26

Welche Nakṣatra in den einzelnen Kreisbahnen konjugieren, wird im einzelnen angegeben. Konjunktion findet statt:

c9.s3.t8.27

in der 1. Bahn mit den Nakṣatra: Abhijit, Śravaṇa, Dhaniṣṭhā, Śatabhiṣaj, Pūrvabhadrapadā, Uttarabhadrapadā, Revatī, Aśvinī, Bharaṇī, Svāti, Pūrvaphalgunī, Uttaraphalgunī; diese heissen auch parvanakṣatra,

c9.s3.t8.28

in der 3. Bahn mit den Nakṣatra: Punarvasu und Maghā,

c9.s3.t8.29

in der 6. Bahn mit den Nakṣatra: Kṛttikā,

c9.s3.t8.30

in der 7. Bahn mit den Nakṣatra: Rohiṇī und Citrā,

c9.s3.t8.31

in der 8. Bahn mit den Nakṣatra: Viśākhā,

c9.s3.t8.32

in der 10. Bahn mit den Nakṣatra: Anurādhā,

c9.s3.t8.33

in der 11. Bahn mit den Nakṣatra: Jyeṣṭhā,

c9.s3.t8.34

in der 15. Bahn mit den Nakṣatra: Mṛgaśiras, Ārdrā, Puṣya, Āśleṣā, Hasta, Mūla, Pūrvāṣāḍhā und Uttarāṣāḍhā. Von den beiden letzten wandeln 2 Sterne innerhalb, 2 aber ausserhalb der letzten Mondbahn. Das innerste Nakṣatra ist Abhijit und das äusserste Mūla (Lokaprakāśa).

c9.s3.t8.35

Die Nakṣatra sind von verschiedener Länge. Abhijit ist das kleinste Nakṣatra und umfasst nur 630 Teile des Himmelskreises. Die übrigen 27 Nakṣatra zerfallen wieder in kleine, mittelgrosse und grosse. Die kleinen sind: Bharaṇī, Ārdrā, Āśleṣā, Svāti, Jyeṣṭhā und Śatabhiṣaj; sie umfassen je 1005 Teile des Himmelskreises. Die grössten sind: Punarvasu, Viśākhā, Rohiṇī und die drei Uttara (Uttarabhadrapadā, Uttaraphalgunī und Uttarāṣāḍhā); sie umfassen je 3015 Teile des Himmelskreises. Die übrigen 15 Nakṣatra sind von mittlerer Länge und umfassen je 2010 Teile des Himmelskreises. Die Summe der Teile sämtlicher Nakṣatra (630+6.1005+6.3015+15.2010) ergibt die Ausdehnung des halben Himmelskreises (54 900 Teile) ²). Demnach ist 1 Teil = 180/54 900 = 1/305 Grad.

c9.s3.t8.36

² Lokaprakāśa S. 698 ff.; Trailokyadīpikā Bl. 69 a ff.; Trailokyasāra Bl. 38 b ff.

c9.s3.t8.37

Da nun die Nakṣatra unter den Himmelskörpern die schnellsten sind und in einem Muhūrta 1835 Teile des Himmelskreises durchlaufen, während der Mond in der gleichen Zeit 1768, die Sonne 1830 und der Rāhu 1829¹¹/₁₂ Teile durchwandern, so hängt die Länge der Konjunktion eines dieser drei Himmelskörper mit einem Nakṣatra von der Länge des betreffenden Nakṣatra und der Differenz der Bewegungsgeschwindigkeiten ab. Hieraus ergibt sich folgende Tabelle:

c9.s3.t8.38

| Einteilung der Nakṣatra nach ihrer Grösse | Anzahl der Teile der Nakṣatra | Geschwindigkeits-differenz zwischen Nakṣatra u. Mond | Dauer d. Konjunktion zwischen Nakṣatra u. Mond | Geschwindigkeits-differenz zwischen Nakṣatra u. Sonne |
| Abhijit ........... | 630 | 67 Teile | 630/67= 927/67 Muh. | 5 Teile |
| Kleine | 1005 | 67 " | 1005/67=15 " | 5 " |
| Mittelgrosse | 2010 | 67 " | 2010/67=30 " | 5 " |
| Grosse | 3015 | 67 " | 3015/67=45 " | 5 " |

c9.s3.t8.39

¹ Nakṣatra

c9.s3.t8.40

¹ Lokaprakāśa S. 695; Trailokyadīpikā Bl. 70 b f.; Trailokyasāra Bl. 40 a.

c9.s3.t8.41

| Einteilung der Nakṣatra nach ihrer Grösse | Dauer der Konjunktion zwischen Nakṣatra und Sonne | Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Nakṣatra u. Rāhu | Dauer der Konjunktion zwischen Nakṣatra und Rāhu |
| Abhijit . . . . . | 630/5=126 Muh.= 46 Tage | 51/12 Teile | 630/51/12= 7560/61 Muh.= 4357/61 Tage |
| Kleine | 1005/5=201 " = 621 " | 51/12 " | 1005/51/12=12060/61 " = 61723/61 " |
| Mittelgrosse | 2010/5=402 " =1312 " | 51/12 " | 2010/51/12=24120/61 " =13535/61 " |
| Grosse | 3015/5=603 " =203 " | 51/12 " | 3015/51/12=36180/61 " =19237/61 " |

c9.s3.t8.42

{Die Nakṣatra, die die einzelnen Monate des Jahres führen.} Wenn die Konjunktion des Mondes mit Abhijit in der ersten Kreisbahn am ersten Tage des Monats Śrāvaṇa stattfindet, so wird dies der Anfang eines (5 jährigen) Yuga genannt. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Nakṣatra, die die einzelnen Monate des Jahres führen, d. h. die Nakṣatra, bei denen ihr Untergang mit dem Tagesende zusammenfällt ¹).

c9.s3.t8.43

| Monate des Jahres | Es konjugieren mit der Sonne die Nakṣatra | Tage | Es konjugieren mit der Sonne die Nakṣatra | Tage | Es konjugieren mit der Sonne die Nakṣatra | Tage | Es konjugieren mit der Sonne die Nakṣatra | Tage |
| 1 | Uttarāṣāḍhā | 14 | Abhijit | 7 | Śravaṇa | 8 | Dhaniṣṭhā | 1 |
| 2 | Regenzeit(vār-ṣa)-Monate | Dhaniṣṭhā | 14 | Śatabhiṣaj | 7 | Pūrvabhadra- | 8 | Uttarabhadra- | 1 |
| 3 | | Uttarabhadra- | 14 | Revatī | 15 | Aśvinī [padā | 1 | — [padā — |
| 4 | | Aśvinī [padā | 14 | Bharaṇī | 15 | Kṛttikā | 1 | |
| 5 | | Kṛttikā | 14 | Rohiṇī | 15 | Mṛgaśiras | 1 | |
| 6 | Winter(hai-manta)-Monate | Mṛgaśiras | 14 | Ārdrā | 8 | Punarvasu | 7 | Puṣya | 1 |
| 7 | | Puṣya | 14 | Āśleṣā | 15 | Maghā | 1 | |
| 8 | | Maghā | 14 | Pūrvaphālgunī | 15 | Uttaraphāl- | 1 | |
| 9 | | Uttaraphāl- | 14 | Hasta | 15 | Citrā [gunī | 1 | |
| 10 | Sommer(grī-ṣma)-Monate | Citrā [gunī | 14 | Svāti | 15 | Viśākhā | 1 | |
| 11 | | Viśākhā | 14 | Anurādhā | 8 | Jyeṣṭhā | 7 | Mūla | 1 |
| 12 | | Mūla | 14 | Pūrvāṣāḍhā | 15 | Uttarāṣāḍhā | 1 | |

c9.s3.t8.44

Diejenigen Nakṣatra nun, die den Monat beenden (Dhaniṣṭhā, Uttarabhadrapadā, Aśvinī usw.), heissen deren kulanakṣatra, die Nakṣatra, die diesen voraufgehen, upakulanakṣatra und die vier Nakṣatra: Abhijit, Śatabhiṣaj, Ārdrā und Anurādhā kulopakulanakṣatra.

c9.s3.t8.45

{Die Nakṣatra, die mit den Voll- und Neumonden des Jahres während eines Juga konjugieren.} Endlich soll noch angegeben werden, welche Nakṣatra mit den Voll- und Neumonden des Jahres während eines Yuga konjugieren ²):

c9.s3.t8.46

| Die 12 Vollmonds(puṇṇimā)- und Neumonds(amāvāsa)-Tage | Am Vollmondstage konjugieren mit dem Monde folgende Nakṣatra | Am Neumondstage konjugieren mit dem Monde folgende Nakṣatra |
| 1 Śrāviṣṭhī (Sāviṭṭhī) | Abhijit, Śravaṇa, Dhaniṣṭhā | Āśleṣā, Maghā |
| 2 Prauṣṭhapadī (Poṭṭhavai) | Śatabhiṣaj, Pūrvabhadrapadā, Uttarabhadrapadā | Pūrvaphālgunī, Uttaraphālgunī |

c9.s3.t8.47

1) Jambūdvīpaprajñapti Bl. 358 b f.
2) Jambūdvīpaprajñapti Bl. 359 b ff.

c9.s3.t8.48

| Die 12 Vollmonds(puṇṇimā)- und Neumonds(amāvāsā)-Tage | Am Neumondstage konjugieren mit dem Monde folgende Nakṣatra | Am Neumondstage konjugieren mit dem Monde folgende Nakṣatra |
| 3 Āśvayujī (Āsoī) | Revatī, Aśvinī | Hasta, Citrā |
| 4 Kārttikī (Kattigī) | Bharaṇī, Kṛttikā | Svāti, Viśākhā |
| 5 Mārgaśīrṣī (Māgasīsī) | Rohiṇī, Mṛgaśiras | Anurādhā, Jyeṣṭhā, Mūla |
| 6 Pauṣī (Posī) | Ārdrā, Punarvasu, Puṣya | Pūrvāṣāḍhā, Uttarāṣāḍhā |
| 7 Māghī (Māhī) | Āśleṣā, Maghā | Abhijit, Śravaṇa, Dhaniṣṭhā |
| 8 Phālgunī (Phagguṇī) | Pūrvāphālgunī, Uttarāphālgunī | Śatabhiṣaj, Pūrvabhadrapadā, Uttarabhadrapadā |
| 9 Caitrī (Cittī) | Hasta, Citrā | Revatī, Aśvinī |
| 10 Vaiśākhī (Vesāhī) | Svāti, Viśākhā | Bharaṇī, Kṛttikā |
| 11 Jyeṣṭhāmūlī (Jiṭṭhamūlī) | Anurādhā, Jyeṣṭhā, Mūla | Rohiṇī, Mṛgaśiras |
| 12 Āṣāḍhī (Āsāḍhī) | Pūrvāṣāḍhā, Uttarāṣāḍhā | Ārdrā, Punarvasu, Puṣya |

c9.s3.t8.49

Die Tabelle zeigt, dass der Neumond stets auf das fünfzehnte Nakṣatra fällt, vom Nakṣatra des Neumondtages aus gerechnet, dass also eine gewisse „harmonische Verkettung“ zwischen Voll- und Neumondstagen besteht.

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