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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.t3: Trishtubh- und Jagatî-Verse von mehr oder weniger als vier Pâdas

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s2.t3

Language
German

Trishtubh- und Jagatî-Verse von mehr oder weniger als vier Pâdas

c4.s2.t3.1

Jagatî-Reihen bilden Verse fast nirgends anders als zu vieren vereinigt. Nur IX, 110, 4-9 finden sich Jagatîs aus je drei Pâdas: wohl eine Nachahmung des Gâyatrî-Verses. Pentaden erscheinen II, 43, 2; VI, 15, 6 (Ende eines Trica): beidemal so, dass der fünfte Pâda eine gering variirte Wiederholung des vierten ist.

c4.s2.t3.2

Häufiger sind derartige Versbildungen beim Trishtubh-Metrum. Namentlich Verse aus drei Reihen, von den Indern als virâj bezeichnet, treten vielfach auf, als durchaus regelmässige Bildungen durch ganze Lieder durchgeführt. Aus Dyaden besteht X, 157¹), zu welchem Liede der vereinzelte, einer Dânastuti angehörige Vers VI, 47, 25 zu stellen ist. Möglicherweise sind auch VI, 10, 7 und 17, 15 (beidemal am Schluss eines Liedes²)) Dyaden anzunehmen, falls diese Verse nicht mit den vorangehenden zusammen als Hexaden aufzufassen sind. Pentaden begegnen ziemlich häufig, aber immer nur vereinzelt, nicht liedbildend. In der Regel stehen sie am Schluss von Liedern, vorzugsweise natürlich von Trishtubh-Liedern, meist so, dass der fünfte Pâda den vierten mit geringer Abänderung wiederholt³) (z. B. IV, 27, 5; V, 2, 12 etc.). An einer andern als der Schlussstelle steht eine derartige Pentade nur einmal, VI, 31, 4, ferner V, 41, 16. 17, wo es aber nicht die Schlusspâdas der ganzen Verse, sondern der ersten Halbverse sind, an welche die Wiederholungen anknüpfen. Pentaden ohne solche Wiederholung, nicht am Liedschluss stehend, finden sich IV, 17, 14. 15; V, 42, 16. 17 = 43, 15. 16¹).

c4.s2.t3.3

¹ Die Behandlung dieses Liedes im Sâmaveda bestätigt es, dass als Vers die Verbindung von zwei Pâdas aufgefasst werden muss.

c4.s2.t3.4

² Gegen textkritische Beanstandungen schützen die beiden Stellen sich gegenseitig. Dass schon die Sammler hier selbstständige Verse von zwei Pâdas annahmen, wird für den zweiten dieser Fälle durch die Liedfolge erwiesen.

c4.s2.t3.5

³ Wo dies nicht der Fall ist, rechnet die Tradition (vergl. Prâtiśâkhya 994) den fünften Pâda als eigenen Vers: so V, 41, 19. 20; VI, 63, 10. 11.

c4.s2.t3.6

¹ Je ein Vers in der Tradition als zwei gerechnet. — Man beachte das Vorherrschen des zu Pentadenbildungen besonders neigenden fünften Maṇḍala unter den zuletzt aufgeführten Fällen.

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