Grammatik der Prakrit-Sprachen c3.s1.t2.117
Grammatik der Prakrit-Sprachen c3.s1.t2.117
- Language
- German
c3.s1.t2.117.1
§ 107. Nur scheinbar ist zuweilen e für a eingetreten. Das in M. AMg. JM. S. Mg. überaus häufige ēttha, auch PG. (5, 7), D. (Mṛcch. 102, 18; 103, 16; 105, 15), A. (Mṛcch. 102, 25; 103, 4), A. ētthu (§ 106) geht weder auf atra zurück (Hc. 1, 57)¹ noch auf *itra² oder *etra³, sondern verhält sich zu iha, wie tattha zu taha, jattha zu jaha, kattha zu kaha, steht also für *ittha = Vedisch itthā⁴. Vgl. A. ithī (GOLDSCHMIDT ethi), ,ithi (GOLDSCHMIDT itthi) = atra (Piṅgala 1, 5ᵃ. 86), und AMg. JM. A. kiha, JŚ. A. kidha = kathā (§ 103). A. këtthu neben kidha, kiha = kathā hat Verdoppelung des Consonanten nach § 194; im übrigen haben sich auch hier (vgl. § 103) die Pronomina im In- wie Auslaut gegenseitig beeinflusst. — M. ukkera (Haufen; Geschenk; Bh. 1, 5; Hc. 1, 58; Kī. 1, 4; Mk. fol. 5; Deśīn. 1, 96; Pāiyal. 18; G.; Karp. 69, 6; Viddhaś. 11, 6), das auch in Ś. steht (Bālar. 129, 6. 7; 167, 10; 210, 2) gegen ukkara (Caṇḍak. 16, 17), wie auch M. AMg. hat (G.; Nāyādh.; Kappas.) ist nicht = utkara⁵, sondern entweder mit LASSEN⁶ = *utkarya zu setzen oder zu utkirati zu ziehen. In Bālar. 234, 9 ist falsch vaëra = vyatikara edirt; richtig ist vadiara Śak. 13, 2. — M. Ś. gëndua (Viddhaś. 56, 2; 58, 6; Mallikām. 134, 21. 23 [Text ga°]), A. gindu (Piṅgala 1, 125) kann nicht mit Hc. 1, 57. 182 auf kanduka zurückgeführt werden, das M. Ś. kandua bildet (G. 752; Mālav. 68, 10), sondern gehört mit gënduī (Spiel; Deśīn. 2, 94), Pāli gëṇḍuka und den ins Skt.
c3.s1.t2.117.2
eingedrungenen Worten genduka, ginduka, geṇḍu, geṇḍuka, geṇḍūka zu einer uns sonst nicht erhaltenen Wurzel *gid, *giḍ, Präsens *giṇḍai, *gëṇḍai »spielen«. Vgl. jhëṇḍua (Ball; Deśīn. 3, 59). — ghëppai steht für *ghippai und gehört nicht zu grabh, sondern zu *ghṛp (§ 212. 548). — dhëṃkuṇa (Wanze; Deśīn. 4, 14; Triv. 1, 3, 105, 60) neben dhamkuṇa (Deśīn. 4, 14) steht für AMg. dhimkuṇa (Jīv. 356; Uttar. 1064 [Text °ka°]), wie auch Skt. diṅka wahrscheinlich macht, und ist = *damkuṇa von *damkhā zu damś (§ 212. 267)⁷. — M. vëlli (Schlingpflanze; Bh. 1, 5; Hc. 1, 58; Mk. fol. 5; G. H.) ist nicht = valli, sondern steht für *villi. Es gehört zusammen mit vëllā (Schlingpflanze), vëlla (Haar; Schössling; Vergnügen; Deśīn. 7, 94), vīlī (Welle; Deśīn. 7, 73; Triv. 1, 3, 105, 80), vëllarī (Hetäre; Deśīn. 7, 96), M. S. vëllira (sich bewegend; G. 137; Viddhaś. 55, 8 [Text cë°]; Bālar. 203, 13), A. uvvëllira (Vikr. 56, 6), M. S. uvvëlla = *udvilna (§ 566; G. R.; Karp. 37, 5; Mālatīm. 201, 1; 258, 2; Mahāv. 29, 19) zu einer Wurzel *vil (sich bewegen), zu der auch velu = veṇu (§ 243) zu ziehen sein wird⁸. M. A. vëllai mit seinen Compositen uvvëllai, ṇivvëllai, saṃvëllai (G. H. R.; Pratāp. 119, 11; Bālar. 180, 7; 182, 2; Vikr. 67, 19), S. vëllamāṇa (Bālar. 168, 3), uvvëllida (Ratn. 302, 31), uvvëllanta (Mālatīm. 76, 3; 125, 4; 129, 2), das auch im späteren Skt. häufig ist, ist entweder Denominativum zu vëlla = *vilna, oder aus *vilyati, *vilvati entstanden.
c3.s1.t2.117.3
— sëjjā = śayyā ist aus sijjā regelrecht hergeleitet (§ 101). — M. suhëlli (Pāiyal. 159; Deśīn. 8, 36; H.) ist aus *suhillī = sukha + Suffix -illa, das gleichbedeutende suhallī (Deśīn. 8, 36) aus sukha + Suffix -alla (§ 595) zu erklären⁹. — AMg. JM. hëtthā = adhástāt (Samav. 101; Ovav. § 10. 152; Erz.) setzt ein *adheṣṭāt voraus, entsprechend purëkkhada = *puruṣkṛta, das schon WEBER¹⁰ verglichen hat. Nur so erklärt sich die Cerebralisirung. Das auch im Pāli vorliegende Wort kann von adhastāt nicht getrennt werden; die Ansetzung eines *adheṣṭha¹¹ ist daher irrig. Über AMg. ahe = adhas, pure = puras s. § 345. Aus hëtthā ist in M. AMg. JM. ein Adjectiv hëttha erschlossen worden, von dem sich findet AMg. hëttham (Hc. 2, 141; Thāṇ. 179. 492; Text hëtthim), JM. hëttheṇa (Erz.), AMg. JM. hëttha (Vivāgas. 143; Erz.) = Pāli hëtthato, M. hëtthammi (H. 365), JM. hëtthayammi (Erz.), hëtthatthia (Hc. 4, 448), auch hittha (Deśīn. 8, 67), hittham (Thāṇ. 179; Text °im) geschrieben mit i nach § 84, und dazu, wie im Pāli, ein Superlativ AMg. hëtthima (Thāṇ. 197; Samav. 66. 68. 72; Vivāhap. 524. 529. 1412; Aṇuog. 266), hëtthimaya (Vivāhap. 82), hitthima (Paṇṇav. 76; Thāṇ. 197 [6 × neben 1 × hë°]; Uttar. 1086) und ein sehr häufiges Adjectiv AMg. hëtthilla (Thāṇ. 341. 545; Samav. 136 ff.; Paṇṇav. 478; Nāyādh. 867; Vivāhap. 128. 347.