Pramāṇa · Search · About · API

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.31

Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s3.31

Language
German

c3.s3.31.1

§ 21. Mittlere Periode. — Litteratur. — Über die hauptsächlichen Werke, auf denen die oben gegebene Darstellung der zweiten Periode beruht, mögen die folgenden litterarischen Angaben gemacht werden. — Das Jyotiṣa-Vedāṅga ist ein kleiner in Anuṣṭubh-Śloken abgefasster Tractat, der in seiner dem Yajurveda zugehörigen Recension 43 Verse umfasst; die zum Ṛgvedā gehörende Recension, die vielfach abweicht, hat 36 Verse. Das Werk beschreibt die Constitution des fünfjährigen Yuga, wobei es hauptsächlich darauf ausgeht, die Stellen von Mond und Sonne an den Solstizien, Neu- und Vollmonden im Kreise der Nakṣatras direkt anzugeben oder Regeln zu deren Berechnung aufzustellen. Es befleissigt sich dabei einer änigmatischen Kürze, und da zudem der Text vielfach sehr verderbt ist, ist ein bedeutender Teil des Werks noch nicht erklärt. Der Commentar Somākara’s dazu ist wertlos, enthält aber wichtige Citate. — Unter diesen sind die wichtigsten die aus Garga; es handelt sich dabei, wie es scheint, um ein rein astronomisches Werk dieses als alte Autorität für Astronomisches vielfach genannten Autors. Zwei längere Citate enthalten ausführliche Belehrung über die während dieser Periode verwendeten Zeitmasse, über die Örter von Sonne und Mond an den Solstizien des fünfjährigen Yuga und über die Kalenderdaten der letzteren. Über die Zeit des Garga oder des Werkes, dem diese Citate entnommen sind, wissen wir nichts;

c3.s3.31.2

es ist aber von Interesse, dass in einem höchstwahrscheinlich dem Garga entnommenen Citate bei Varāha-Mihira gesagt wird, dass die Yavanas eine gute Kenntnis der Astronomie besitzen. Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, dass das, was wir über die Lehren und Ansichten des Garga erfahren, keine Spur griechischen Einflusses zeigt, sondern ganz mit den Anschauungen dieser unserer zweiten Periode übereinstimmt. — Das Werk oder die Werke Gargas, dem die erwähnten Citate angehören, waren jedenfalls verschieden von der wesentlich astrologischen Vṛddha-Garga-Saṃhitā, welche erhalten ist und weiter unten erwähnt werden wird. Doch enthält auch dieses Werk Angaben astronomischer Natur, besonders über die Planeten; aber wegen des sehr verderbten Zustands der Manuscripte sind sie noch wenig verwendet worden. — Die Sūryaprajñapti oder Sūrapannatti ist das in Māgadhī abgefasste astronomische Lehrbuch der Jainas, ein Werk von ziemlich bedeutendem Umfang, commentirt in Sanskrit von Malayagiri. Seinem Inhalte nach ist es insoweit dem Jyo.Ve. parallel, als es hauptsächlich darauf ausgeht, das fünfjährige Yuga mit seinen Unterabteilungen zu beschreiben und die Stellungen des Mondes und der Sonne in den verschiedenen Epochen desselben anzugeben; es gibt aber weiter eine Art physischer Theorie von den Bewegungen von Sonne und Mond und vielfache Belehrung über die Beschaffenheit der Erdoberfläche; alles dies fehlt im Vedāṅga völlig. — Von dem im 12.

c3.s3.31.3

Kapitel seiner Pañcasiddhāntikā behandelten Paitāmaha-Siddhānta, dessen Lehre durchaus die des Jyo. Ve. ist, sagt Varāha-Mihira, dass seine Berechnung des fünfjährigen Yuga von dem 3. Jahre der Saka-Ära ausgeht. Da V. M. für die Berechnungen nach den anderen Siddhāntas, von deren Lehren er einen Abriss gibt, als gemeinsames Ausgangsjahr Saka 427 festsetzt, so ist anzunehmen, dass Saka 3 vom Pait. Si. selbst als Anfangspunkt gebraucht wurde. — Alle wichtigen Purāṇas enthalten Abschnitte über die Beschaffenheit der Welt und den Lauf der hauptsächlichsten Himmelskörper, die vollkommen auf dem Boden der Anschauungen unserer zweiten Periode stehen. Die einzige Ausnahme ist, wie schon bemerkt, die gelegentliche Bezugnahme auf die Zeichen des Zodiaks neben den Nakṣatras. Was immer auch die Zeit der schliesslichen Redaktion der Purāṇas in ihrer jetzigen Form gewesen sein mag, die erwähnten Abschnitte haben jedenfalls ihrem Inhalte nach ein bedeutendes Alter. Als besonders wichtig sind zu nennen die betreffenden Kapitel des Vāyu-Purāṇa, des Matsya-Purāṇa und des Viṣṇupurāṇa (das letzte zugänglich in WILSONS Übersetzung mit FITZ EDWARD HALLS Anmerkungen).