Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s10.2
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c32.s10.2
- Language
- German
c32.s10.2
1. Tibet. H. LAUFERS treffliche »Beiträge zur Kenntnis der Tibetischen Medicin«¹ bieten jetzt eine bequeme Übersicht. Von den im 8. Jahrh. übersetzten »vier Tantra« ab (Sanskritoriginal unbekannt) sind eine ganze Reihe medicinischer Sanskrittexte aus dem Sanskrit in das Tibetische übersetzt worden; daher basirt die tibetische Medicin grösstenteils auf der indischen, ich erwähne z. B. aus der Anatomie die 9 Öffnungen des Körpers und die 900 Nerven, aus der Physiologie und Pathologie die consequent durchgeführte Lehre von den drei Grundsäften, aus der Diätetik die Schädlichkeit der Combination von Milch mit Fischen und der Unterdrückung natürlicher Entleerungen, aus der Pharmakologie die drei Myrobalanen, den blauen Lotus (*utpala*), schwarzen Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Zimmt, die Costuswurzel (*kuṣṭha*), aus der Chirurgie das Schröpfen mit Ochsenhörnern und die Bezeichnung der Instrumente als Hirsekorn, Vogelschnabel, Tiermaul u. dgl., aus der Schwangerschaftsdiagnose die Kennzeichen für das Geschlecht des Fötus. Mehrere tibetische Werke wurden in das Mongolische übersetzt, auch bei den Burjaten, Dsungaren, Tanguten, Wolgakalmüken, sowie bei den Lepscha und anderen tibetischen Völkern des Himalaya herrscht die tibetische Medicin².