Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c34.s2.5
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c34.s2.5
- Language
- German
c34.s2.5
Der ganze Körper zerfällt ferner in die 6 Hauptglieder (*aṅga*): Arme, Beine, Rumpf und Kopf. Als Nebenglieder (*pratyaṅga*) werden der Schädel, Bauch, Rücken, Nabel, die Stirn, Nase, Ohren, Augen, Finger u. a. genannt, nach C. sind es 56. Es gibt 6 (oder 7) Hautschichten, in denen die verschiedenen, mehr oder minder tief sitzenden Hautkrankheiten wie Rose, Beulen, Abscesse, Lepra u. a. entstehen. Den 5 Sinnesthätigkeiten: Gefühl, Geschmack, Geruch, Gesicht, Gehör entsprechen ebenso viele Sinneswerkzeuge, nämlich die Haut, die Zunge, die Nase, die Augen und die Ohren; hiezu kommen noch die 5 Werkzeuge der That: Hände, Füsse, After, Genitalien und Zunge. Es giebt 7 Behälter (*āśaya*, *ādhāra*) oder hohle Eingeweide, in denen Luft, Galle, Schleim, Blut, unverdaute Speisen, verdaute Speisen und Urin enthalten sind; die Frauen haben ausserdem noch einen 8. für den Fötus, daher *garbhāśaya* genannt. In diesen Behältern befinden sich auch die inneren Organe (*koṣṭhāṅga*), deren es nach C. (und Vi. Y.) 15 gibt, nämlich Herz, Lunge, Leber, Milz, Blase, Magen, Mastdarm u. a. Die 7 Grundstoffe (§ 34) werden von einander durch die 7 *kalā* getrennt, die aus einem flüssigen Extract aus den Grundstoffen (*dhātusāra*) bestehen, der mit dem Saft des Holzes verglichen wird; ihren Namen nach enthalten oder umschliessen sie Fleisch, Blut, Fett, Schleim, Fäces, Galle und Samen. Die zweite *kalā*, die das Blut enthält, befindet sich nach S. im Fleisch, besonders in den Adern, in der Milz und Leber, weshalb bei Verletzung des Fleisches Blut ausströmt, wie Milchsaft aus einem Baum, der solchen Saft enthält. Die 9 Öffnungen (*srotas*, *kha*, *chidra*) sind der Mund, die beiden Nasenlöcher, die Ohren, die Augen, der After und die Harnröhre, wozu bei Frauen noch die Brüste und die Vagina kommen. Als die 10 Hauptsitze des Lebens (*prāṇāyatana*, *jīvitadhāman*) werden Kopf, Hals, Herz, Nabel, After, Blase, Lebenskraft, Samen, Blut und Fleisch bezeichnet (C.); andere Aufzählungen nennen auch das Blut, die Schläfe und die Zunge (S. A. Vi. Y.). Die Quantitäten der flüssigen Bestandteile werden in *añjali* »Handvoll« angegeben, so enthält der Körper 10 *añjali* Wasser, 5 *añjali* Galle. Die 7 Grundstoffe (*dhātu*) erzeugen 7 Unreinigkeiten oder Ausscheidungen (*mala*), nämlich Schleim, Galle, die Secretionen der Ohren, Nase u. s. w., Schweiss, Nägel und Haare, Augenbutter und Fettigkeit der Haut. Doch hat *mala* auch noch eine allgemeinere Bedeutung; so unterscheidet Manu 5,135 die 12 *mala*: fettiges Secret der Haut, Samen, Blut, Mark (Gehirn), Urin, Fäces, Nasenschleim, Ohrenschmalz, Schleim, Thränen, Augenbutter und Schweiss; nach Bh. sind die *mala* ebenso wie die Haare und Poren unzählig (C. 4, 7; Su. 3, 4 f.; S. 3, 5; A. 3, 3; Bh. 1, 1, 55 ff.).
Cites (5)
- Mānava Dharmaśāstra — Manu & Bhṛgu, Sanskrit
- Aṣṭāṅgahṛdayasaṃhitā — Vāgbhaṭa, Sanskrit
- Carakasaṃhitā — Agniveśa (Āyurveda) & Caraka, Sanskrit
- Suśrutasaṃhitā — Suśruta & Nāgārjuna (siddha/alchemist), Sanskrit
- Bhāvaprakāśa — Bhāvamiśra 1550, Sanskrit