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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.17

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c35.s1.17

Language
German

c35.s1.17

Die Wöchnerin salbe man nach Su. mit Balā-Öl und reibe sie mit einem Absud von den Wind beseitigenden Kräutern ein. Wenn bei ihr noch ein Rest von den Krankheitsstoffen (*doṣa*) geblieben ist, gebe man ihr am nämlichen Tag Pfeffer (*pippalī*), Pfefferwurzel und andere scharfe Stoffe, pulverisirt und vermischt mit Zuckerwasser, zu trinken. Hiermit fahre man 2 oder 3 Tage lang fort, bis das verdorbene Blut beseitigt ist. Wenn das Blut gereinigt ist, gebe man ihr 3 Tage lang mit Vidārīgandhā zubereitetes Öl- oder Milchmus zu trinken. Dann gebe man ihr, je nach dem Zustand ihrer Kräfte und ihrer Verdauungskraft, Reis mit einer mit Gerste u. s. w. versetzten Wildpretbrühe. Wenn sie anderthalb Monate lang diese Diät beobachtet hat, hören die Beschränkungen in Bezug auf ihre Diät und Lebensweise auf, und sie wird nicht mehr als Wöchnerin (*sūtikā*) bezeichnet. Nach Einigen ist dies erst dann der Fall, wenn die Menses wieder eintreten (Su. 3, 10, 13). Auch soll ihr Leib gesalbt und mit einem grossen Stück Zeug umwunden werden, damit der Wind nicht in den Leib treten und denselben beschädigen kann. Neben stärkenden Speisen und Getränken werden der Wöchnerin überhaupt Salbung des Körpers, Einreibungen, Bäder und Übergiessungen u. s. w. empfohlen. Solche Pflege der Wöchnerinnen ist notwendig, da ihnen sonst schwere oder sogar unheilbare Leiden drohen (C. 2, 8, 43f.; S. 2, 3, 212f.; A. 2, 1, 94—100 f.).

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