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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.8

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c36.s2.8

Language
German

c36.s2.8

Hier ist auch vielleicht die Krankheit *viṣūcikā*, *viṣūcī* anzuschliessen, obwohl sie in den medicinischen Werken zusammen mit *alasaka* u. dgl. Zuständen (§ 53) abgehandelt wird. Nach WISE, DUTT, HOERNLE u. A. ist *viṣūcikā* die »Cholera in its sporadic form«, doch gibt es auch andere Auffassungen.¹ Sie ist schon vedisch und erscheint in der Vāj. S. als die Folge allzu reichlichen Genusses von Soma, wie sie auch in der Medicin von Unmässigkeit hergeleitet wird. Auch in der sonstigen Litteratur kommt sie nicht selten vor, so wird sie Rājataraṅgiṇī (ed. STEIN) 8, 88 als ein Beispiel einer tödlichen und verheerenden Krankheit erwähnt, wie auch C. 2, 3 die Epidemiologie gleich nach *viṣūcikā* und *alasaka* behandelt. Der Name, »nach beiden Seiten gehend«, ist von den Ausleerungen nach oben und unten herzuleiten. Die Mediciner führen ihn jedoch auf *sūcī* »Nadel« zurück, weil dabei der Wind die Glieder wie mit Nadeln durchsticht. Symptome: Ohnmacht, Durchfall, Erbrechen, Durst, Kolik, Schwindel, Krämpfe in den Händen und Füssen (*udveṣṭana*, nach den Commentaren), Gähnen, Hitze, Wechsel der Hautfarbe, Zittern, Herzweh, starke Kopfschmerzen. Als fünf schlimme und lebensgefährliche Complicationen werden erwähnt: Schlaflosigkeit, Unbehagen, Zittern, Harnverhaltung und Bewusstlosigkeit. Wenn die Zähne, Lippen und Nägel schwärzlich werden, das Bewusstsein schwindet, quälendes Erbrechen auftritt, die Augen nach innen treten, die Stimme schwach, alle Gelenke locker werden, so stirbt der Kranke (Su. 6, 56, 2--4; M. 95 f.; Bh. 2, 2, 24 f.; V. 196). Als eine gewöhnliche Begleiterscheinung wird *khallī*, d. h. gichtische Schmerzen in Händen und Füssen (= *udveṣṭana*) erwähnt, auch *pramīlikā*, das Schliessen der Augen, und *pipāsā*, der Durst, hervorgehoben (Vṛ. 6, 60—2 nebst Co.), als das eigentlich Charakteristische aber das gleichzeitige Auftreten von Durchfall und Erbrechen betrachtet (C. 3, 2, 8).

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