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Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s4.5

Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c5.s4.5

Language
German

c5.s4.5.1

qārah) mit cursiver Verwandlung des Kopfes in einen Haken; die Stellung und Grösse des Buchstabens macht eine directe Entlehnung aus C. I, b oder C. II unwahrscheinlich. — Nr. 2, *ba*, C. III = *Beth*, C. I, a—b (Teima, Saqqārah) mit cursiver Curve für Ecke rechts; die cursiven *Beth* der Papyri, C. II, b—c sind abgeschliffener als das Kh.-Zeichen. — Nr. 3, *ga*, C. III = *Gimel*, aus C. I (Teima) oder II (vgl. E.TSA 1 a) mit einer cursiven Schleife rechts und Curve links; ähnliche cursive Schleifen kommen in späten Ligaturen häufig vor, siehe Taf. I, 33, 35—36, XII, und selbst in *ja*, Taf. I, 12, XII. — Nr. 4, *da*, C. III = *Daleth*, aus einer Form, wie C. II, b, die (C. I, a) sich schon um 600 a. Chr. auf assyrischen Gewichten findet. — Nr. 5, *ha*, C. III = *He*, aus einer Form wie C. I, a (Teima) mit Versetzung des herabhängenden mittleren Striches an den Fuss der Curve rechts behufs leichterer Anfügung der Vocalzeichen (s. Vorbem. 2, vgl. Nr. 17). — Nr. 6, *va*, C. III = *Waw*, C. I (Teima, Saqqārah); die Papyri zeigen vorgeschrittenere Formen. — Nr. 7, *ja*, C. III, a = *Zain*, regularisirt aus einer Form wie C. I, a—b (Teima) mit Aufwärtsbiegung der linken Ecke, woraus C. III, b mit Abwurf des Fussstriches (s. Vorbem. 1); die Papyri zeigen bedeutend abgeschliffenere Formen. — Nr. 8, *śa*, Col. III = *Cheth*, C. I (Teima), der Lautwert des *śa* ist einem palatalen xa, wie im deutschen *ich*, sehr ähnlich. — Nr. 9, *ya*, C. III = *Yod*, entweder aus einer Form wie C.

c5.s4.5.2

I, b oder direct aus C. I, a (assyr. Gew.) mit Verlust der Barre rechts (s. Vorbem. 1); analoge Bildungen im Palmyrenischen und Pahlavi (E.TSA, C. 21—25, 30—32, 35—39, 58). — Nr. 10, *ka* = *Kaph*, umgedreht von rechts nach links aus C. I, b (assyr. Gew. und babyl. Siegel u. Gew.) wegen *la* (Nr. 11, C. III) mit Barre an der Spitze zur Unterscheidung von *pa* (Nr. 15); die Zeichen der Papyri weichen ganz ab. — Nr. 11, *la*, C. III = *Lamed*, mit Umstürzung einer Form, wie C. I, a oder c (Teima), infolge der Abneigung gegen Zeichen mit Ansatz am Fusse des Verticalstriches allein (s. Vorbem. 1), sowie mit Brechung und geringer Verschiebung der nun oben stehenden Curve zur Unterscheidung von *A*. — Nr. 12, *ma*, C. III, a—b = *Mem*, verstümmelt aus einer Form wie C. I, a—b (Saqqārah) mit stark gerundetem Kopfe durch Abwurf der Transversallinie (Vorbem. 2) und rudimentäre Andeutung des ursprünglich rechts stehenden Verticalstriches, woraus die in Verbindung mit Vocalen gewöhnliche Halbkreisform der A. Ed., C. III, c; die *Mem* der Papyri, C. II, sind viel abgeschliffener als die *ma* der Kh. — Nr. 13, *na*, C. III, a = *Nun*, C. I, a—b (Saqqārah), woraus das nicht seltene *na* von C. III, b entwickelt ist; die *Nun* der Papyri sind abgeschliffener als die *na* der Kharoṣṭhī. — Nr. 14, *sa*, C. III = *Samech*, C.

c5.s4.5.3

I (Teima), mit Versetzung der schrägen Barre an das linke Ende des Kopfes, von dem sie herabhängt und sich mit dem nach links geschobenen Schwanze vereinigt, analoge Entwicklungen im Nabatäischen (E.TSA 46—47) und im Hebräischen. — Nr. 15, *pa*, C. III, a = *Phe*, C. I (Teima), von rechts nach links gedreht zur Unterscheidung von *A*, und in C. III, b mit Verschiebung der Curve nach unten. — Nr. 16, *ca*, C. III = *Tsade* aus spitzwinkliger Form wie C. I, a—b (Teima), mit Weglassung des zweiten Häkchens rechts (s. Vorbem. 2) und Entwicklung eines Hakens links unter dem Kopfe, weil der Verticalstrich separat gemacht wurde; das analoge *Tsade* in C. II, b ist durch separate Schreibung des rechten Kopfstriches entstanden. — Nr. 17, *kha*, C. III = *Qoph*, aus einer Form wie C. I, a—b (Serapeum), mit Versetzung des mittleren herabhängenden Striches an die Spitze links, um Raum für die Vocale zu gewinnen (Vorbem. 3), analog dem *Qoph* von Teima (E.TSA 10), wo der mittlere Strich an das rechte Ende gehängt ist. — Nr. 18, *ra*, C. III = *Resch*, C. I, a—b (Saqqārah), mit vollständiger Abschleifung der Ecke links. — Nr. 19, *ṣa*, C. III = *Schin*, C. I (Teima), umgestürzt infolge der Abneigung gegen mehr als zwei Aufstriche (Vorbem. 2) und mit Verlängerung des Mittelstriches infolge der Vorliebe für langgestielte Zeichen. — Nr. 20, *ta*, C. III = *Taw*, aus einer Form wie C. I, a (assyr. Gew.) oder C.

c5.s4.5.4

I, b (Saqqārah), mit Versetzung der Barre an die Spitze des Verticalstriches, seitlicher Drehung und Verbreiterung des neuen Zeichens zum Unterschiede von *va* und *ra* (Nr. 6, u. 18, Col. III); die Zwischenstufen zeigen *tha*, C. IV, a, und *ṭa*, C. IV, b, wo die alte Form bewahrt ist, und *ṭa*, C. IV, c, wo die Barre an die Spitze getreten ist, vgl. u. B. 1, c und B. 2.