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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c4: Vorwort

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c4

Language
German

Vorwort

c4.1

Zu der vorliegenden Arbeit wurde ich angeregt durch meinen hochverehrten Lehrer, Herrn Geheimrat Prof. Dr. H. Jacobi. Nicht nur das Studium verschiedener seiner Werke, die den jainistischen Teil unseres Themas berühren, sondern auch manche anregende und lehrreiche Stunde der Unterhaltung riefen in mir den lebhaften Wunsch wach, mich näher mit diesem interessanten Gegenstande zu beschäftigen und die Anschauungen der drei verschiedenen indischen Systeme über den Kosmos auf Grund der Quellen eingehender, als es bisher geschehen ist, darzustellen.

c4.2

Bei der Behandlung des Themas hoffe ich nun alles Wissenswerte beigebracht zu haben. Die Gebiete der Mythologie, Astronomie und Eschatologie mussten gestreift werden, jedoch denke ich, dass auch hier die richtige Grenze gezogen ist. Bei der Abfassung der Arbeit habe ich mich bemüht, die ganze mir zugängliche einschlägige Literatur zu verwerten und alle Namensvarianten, Pāli- und Prākrit-Gleichungen und auch besondere Lesarten, die vielleicht irgendwie einmal von Nutzen sein könnten, zu notieren. Die Arbeit zerfällt in drei Abschnitte, die den drei indischen Systemen der Kosmographie gewidmet sind. Die Einleitung dient der Beantwortung der Fragen, inwieweit sich die drei Systeme mit einander berühren und ob und bis zu welchem Grade äussere Einflüsse von Babylon aus das ursprüngliche indische Weltbild modifiziert haben können. Im Anhange füge ich die Listen der Zahlen-, Zeit- und Raumgrössen nach den verschiedenen Texten bei, da eine vergleichende Zusammenstellung derselben schon im Interesse unserer Abhandlung liegen dürfte.

c4.3

Die kosmographischen Lehren des jüngeren Buddhismus, soweit sie sich in den einzelnen Ländern buddhistischen Glaubens entwickelt haben, sind schon — wenn auch in grösserem Zusammenhange — in so zahlreichen Werken gesammelt und dargestellt worden, dass ohne vollständige Aufarbeitung der diesbezüglichen handschriftlichen Grundlagen aus den einzelnen Ländern auf eine nochmalige Wiederholung füglich verzichtet und die Darstellung auf die indischen Quellenschriften des Pāli-Kanons und der buddhistischen Sanskritschriften, soweit sie eben zugänglich sind, beschränkt werden durfte. Anderseits erforderten die Systeme der Jaina und Brāhmaṇen eine eingehendere Behandlung, da grössere Arbeiten über dieselben bis jetzt fehlen.

c4.4

Das Register enthält sämtliche in dem Buche vorkommenden indischen Eigennamen, termini technici, Varianten oder Lesarten, sowie die notierten Pāli- und Prākrit-Gleichungen.

c4.5

Der ursprüngliche Plan, jedem Worte die Bedeutung oder Erklärung gleich beizufügen, musste aus Gründen der Papierersparnis aufgegeben werden, nur wenn ein Wort innerhalb eines Systems in verschiedenen Bedeutungen vorkommt, werden diese kurz angedeutet. Inhaltsverzeichnis und Marginalien machen ein besonderes Sachregister entbehrlich.

c4.6

Es liegt mir jetzt noch die angenehme Pflicht ob, allen denen zu danken, die an der Abfassung dieses Buches wesentlichen Anteil genommen haben. Mein Dank gebührt an erster Stelle meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Geheimrat Prof. Dr. Jacobi in Bonn, der mir in liebenswürdigster Weise stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden, mich auch beim Korrekturenlesen unterstützt und auf manche Versehen aufmerksam gemacht hat. Sodann muss ich dankbar zweier Herren gedenken, die mir bei der Ausarbeitung in der liberalsten Weise entgegengekommen sind: M. Thomas, der Bibliothekar der India Office Library in London, hatte die Güte, mir wiederholt Handschriften und sonst unzugängliche Drucke der Bibliotheken des Deccan College in Poona und der India Office Library in London für längere Zeit zum unbeschränkten Gebrauche zu leihen, und Dr. A. K. Coomaraswamy, jetzt am Museum of Fine Arts, Boston, (Massachusetts U. S. A.), war so liebenswürdig, mir aus seiner reichen Privatsammlung Manuskripte und originales Illustrationsmaterial zugleich mit der Publikationserlaubnis desselben zur Verfügung zu stellen. Für die Benutzung von Handschriften habe ich zu danken der Preussischen Staatsbibliothek in Berlin und der Biblioteca Nazionale in Florenz. Für wertvolle briefliche Mitteilungen bzw. Überlassung von Photographien bin ich verbunden den Herren Prof. R. Otto Franke in Königsberg, Privatdozent Dr. H. von Glasenapp in Berlin, Geheimrat Prof. Dr. Grünwedel in Berlin, Prof. Franz Xaver Kugler S. J. in Valkenburg (Holland) und Prof. James H. Wouts in Boston (U. S. A.). Endlich habe ich noch zu danken der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München, die durch Bewilligung eines namhaften Zuschusses aus der Hardy-Stiftung die Drucklegung meiner Arbeit wesentlich förderte, und meinem Verleger, Herrn Kurt Schroeder in Bonn, der in dieser wirtschaftlich schweren Zeit nicht Mühe und Kosten gescheut hat, um dem Buche ein würdiges Aussehen zu geben.