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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.273

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c6.s1.273

Language
German

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Die Idee d. Siebenzahl in dem buddhistischen System. Sind Brāhmaṇismus und Jainismus bei der Einführung der Idee der Siebenzahl in die verschiedenen Teile des Kosmos im grossen und ganzen denselben Weg gegangen, so war das bei dem Buddhismus nicht in der gleichen Weise der Fall. Im Bereiche der Oberwelt wurde die Siebenzahl allerdings genau so durchgeführt wie bei den beiden genannten Systemen, und der Pāli-Kanon enthält eine hinreichend grosse Anzahl von Stellen, die deutlich genug dartun, dass mit dem siebenten Himmel, dem Brahmaloka, der Anzahl der Himmelsphären einmal als abgeschlossen galt ¹⁰). Erst später wurden denn weitere Himmelsphären angebaut und diese mit Gottheiten bevölkert, die noch schemenhafter sind als die Bewohner der unteren Sphären und sich bei genauem Zusehen nur als die Produkte einer philosophierenden Spekulation dokumentieren ¹¹). All diese höheren Himmelsphären fasst die theologische Exegese nun mit dem Namen des Brahmaloka zusammen ¹²), beweist also schon dadurch, dass die von uns angenommene ursprüngliche Siebenzahl der Himmelsphären mit dem Brahmaloka als Abschluss als das Ursprünglichere anzusehen ist. Auch im Bereiche der Unterwelt, der Höllenregionen, war einmal die Siebenzahl vorherrschend, wie ja noch die Stellen Aṅguttara-Nikāya 1 S. 141 f. und Majjhima-Nikāya 3 S. 166 und 182 f.

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¹³), an denen die einzelnen Höllensphären kurz charakterisiert sind, wobei allerdings nur der Name der siebenten Sphäre genannt wird, in fast übereinstimmendem Wortlaut noch deutlich beweisen. Wahrscheinlich wurde durch Einschiebung einer weiteren Höllensphäre ihre Zahl dann auf acht erhöht, wie sie in unseren jüngeren Berichten durchweg gelehrt wird ¹⁴), mögen diese letzteren in einzelnen Punkten auch manche Differenzen aufweisen. Aber trotzdem weisen spontane Unstimmigkeiten, wie sie z. B. in dem Bericht über die Lebensdauer der Höllenwesen in Hardy’s Manual of Buddhism vorliegen ¹), darauf hin, dass unsere Annahme von der primären Siebenzahl der Höllensphären das Richtige trifft. Also auch im Berichte der Unterwelt wurde die Idee der Siebenzahl in den Grundzügen ursprünglich in derselben Weise durchgeführt wie von den beiden anderen Kultur- und Religionsgruppen. Wesentlich anders gestaltete sich aber die Anwendung dieser Idee in dem Bereiche der Mittelwelt. In unseren Ausführungen ist dargelegt worden, dass man sich ursprünglich die Erde als eine vom Ozean umflossene einheitliche Scheibe vorstellte und diese nach den Hauptrichtungen der Windrose hin in vier Erdquadranten einteilte ²).

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Brahmanismus und Jainismus hatten nun die Idee der Siebenzahl im Bereiche der Mittelwelt in der Weise durchgeführt, dass sie diese einheitliche Erdscheibe als solche beibehielten, wenn sie auch die alte Quadranteneinteilung durch die neue Zoneneinteilung ersetzten oder doch wenigstens wesentlich veränderten, und dann dieselbe als Zentralkontinent mit einer Reihe von Ringmeeren und Ringkontinenten umgaben, ein Verfahren, das mit Rücksicht auf die Siebenzahl der Sphären in Ober- und Unterwelt ganz konsequent war, und wenn man sich so ausdrücken darf, gewissermassen die Projektion derselben auf der Horizontalfläche darstellt. Die Spekulation des Buddhismus schlug beinahe den entgegengesetzten Weg ein. Sie umgab nicht die Erdscheibe mit Ringmeeren und Ringkontinenten, sondern riss dieselbe in die einzelnen Erdquadranten auseinander, verlegte diese als einsame Welteilande nach den Hauptrichtungen der Windrose hin ins grosse Weltmeer ³) und umgab den zentralen Weltberg, der nun von den angrenzenden Ländern getrennt war und einsam im grossen Ozean stand, mit einem siebenfachen Ring von Gebirgen, die durch Ringmeere von einander getrennt werden und deren Dimensionen und Entfernungen von einander mit den Dimensionen des Weltberges in einem bestimmten Verhältnisse stehen ⁴). Höhe resp.

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Tiefe und Durchmesser dieser Gebirge sowie ihre Entfernung von einander vom Zentrum aus nach dem Verhältnisse einer geometrischen Progression nach aussen hin ab, und die Dimensionen der sie trennenden Ringmeere müssen sich natürlich dem entsprechend verhalten. Im Profil betrachtet macht das ganze System den Eindruck einer gewaltigen siebenstufigen Pyramide, die von den vier Welteilanden umlagert wird.