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Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t36.6

Die Kosmographie der Inder nach den Quellen dargestellt c7.s2.t36.6

Language
German

c7.s2.t36.6

Der jährliche Lauf der Sonne. Am Tage des Sommersoltizes, an dem die Sonne die innerste Kreisbahn durchläuft, hat der Tag 18 Muhūrta (14 h 24 m), die Nacht 12 Muhūrta (9 h 36 m), am Tage des Wintersoltizes, an dem die Sonne die äusserste Kreisbahn durchläuft, ist die Länge von Tag und Nacht die umgekehrte. Zur Zeit der Äquinoktien sind Tag und Nacht gleich lang, nämlich 15 Muhūrta (12 h). Die Äquinoktien treten im Frühjahr und Herbst ein, wenn die Sonne in die Sternbilder des Widders (meṣa) oder der Wage (tulā) eintritt. Tritt die Sonne zur Zeit des Wintersoltizes in das Sternbild des Steinbocks (makara), so wendet sie sich wieder um und beginnt den Lauf nach Norden, tritt sie in das Sternbild des Krebses (karkaṭa) ein, so ist die Zeit des Sommersoltizes, die Sonne beginnt ihren Lauf nach Süden. Ihren nördlichen Lauf vollendet sie in den Monaten Tapas, Tapasya, Madhu, Mādhava, Śukra und Śuci, und ihren südlichen in den Monaten Nabhas, Nabhasya, Iṣa, Ūrja, Sahas und Sahasya. Die Abnahme resp. Zunahme des Tages und die Zunahme resp. Abnahme der Nacht wird dadurch erklärt, dass die Sonne sich während ihres südlichen Laufes am Tage schneller und des Nachts langsamer, während ihres nördlichen Laufes am Tage langsamer und des Nachts schneller bewege, weil sie an den kürzeren und längeren Tagen und den längeren und kürzeren Nächten stets die gleiche Strecke, nämlich 13 1/2 Mondstationen durchwandere. Die Ausdehnung der täglichen Sonnenbahn ist also an jedem Tage die gleiche. Im Laufe von einem Tage und einer Nacht passiert die Sonne alle zwölf Zeichen des Tierkreises, sechs am Tage und sechs in der Nacht. Die Länge oder Kürze eines Tages wird durch die Ausdehnung der Zeichen gemessen, und die Ausdehnung von Tag und Nacht durch die Zeit, die die Sonne gebraucht, um sie zu durchwandern.