Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c2.1
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c2.1
- Language
- German
c2.1
Als an die Generation von Sanskritforschern, auf welche wir Jüngeren als auf unsre Lehrer hinblicken, die Forderung herantrat, den Text der vedischen Saṃhitās der Wissenschaft zugänglich zu machen, konnte und durfte man dies allein in dem Sinne unternehmen, dass die in Indien seit zwei Jahrtausenden und länger feststehende traditionelle Textgestalt gegeben wurde. Ruhmvolle Arbeiten haben jene Forderung erfüllt und so zu aller vedischen Forschung den Grund gelegt. Auf diesem Grunde haben sich lexikalische, grammatische, exegetische Untersuchungen aufgebaut, welche sich in harten, aber siegreich bestandenen Kämpfen von der Autorität der indischen Quasiwissenschaft, des Yāska, Pāṇini, Sāyaṇa frei gemacht und mit immer wachsender Schärfe und Energie die Regeln philologischer Kunst auf den Veda anzuwenden gelernt haben. Es kann nicht verkannt werden, dass die vedische Textkritik mit der Grammatik und Exegese nicht gleichen Schritt gehalten hat. Selbstverständlich haben die letzteren auch für die Aufgabe, von dem traditionellen Text in der Richtung auf den ursprünglichen Text vorzudringen, eine Fülle von Beiträgen geliefert. Aber diese Aufgabe ist doch immer nur gelegentlich berührt, nicht als selbständiges Object der Forschung in den Vordergrund gestellt worden. Für den Ṛigveda zur Ausfüllung dieser Lücke beizutragen versucht die Arbeit, welche einzuleiten der vorliegende Band bestimmt ist. Ihr Ziel ist, den Text des Rigveda in einer Gestalt zu geben, welche sich, soweit es der Zustand der Ueberlieferung und das Können der Forschung — der fremden wie der eignen — erlaubt, der ursprünglichen Fassung annähert.
Linked texts (3)
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit
- Nirukta — Yāska, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit