Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.44
Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.44
- Language
- German
c4.s1.44
Man wird sich der Wahrscheinlichkeit nicht verschliessen können, dass hier Formen mit nur einem Ictus statt der gewöhnlichen zwei vorliegen. Dass im Einzelnen die Recitation gelegentlich auch eine Kürze der rhythmischen Geltung angenähert habe, welche der Regel nach offenbar nur einer Länge zukam, muss, wie schon bemerkt wurde, wohl als möglich gelten (vergl. oben Seite 11)¹. Darum wird man aber doch anzunehmen haben, dass im Ganzen Typen wie ◡—◡◡ und ◡◡—◡, die offenbar als solche gefühlt und anerkannt waren, bedeuten, was sie zu bedeuten scheinen und was in ihnen zu sehen wir uns nicht durch rein aprioristische Erwägungen hindern lassen dürfen. Was berechtigt uns, der Wandelbarkeit des Rhythmus, welche an dieser Stelle wegzuleugnen nicht angeht, nach eignem Ermessen Grenzen zu ziehen, die aus den vorliegenden Materialien sich schlechterdings nicht erweisen lassen? Warum kann eine Messung mit nur einem Ictus in der ersten Reihenhälfte, wie ◡◡◡—◡◡—◡ (z. B. pavamâna rucâ-rucâ) dem indischen Ohr nicht erträglich gewesen sein, wie sie es dem unsrigen ohne Zweifel ist?