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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.71

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.71

Language
German

c4.s1.71

Mit der Zeit beginnt sich hier nun in immer fühlbarerer Weise ein Gegensatz zu entwickeln, wie wir ihn in kaum merklichem Keime auch auf dem Boden der Gâyatrî aufgewiesen haben: der erste und dritte Pâda des Anushṭubh-Verses, oder kürzer der erste Pâda jeder Anushṭubh-Vershälfte — denn die durch die Natur der Sache gegebene engere Zusammengehörigkeit von je zwei Pâdas zu einem Hemistich übt jetzt auch auf die metrische Gestalt der einzelnen Pâdas ihre Wirkung aus — fängt an sich von der strengen Behandlung des jambischen Ausgangs bald in ver-einzelten Fällen, bald häufiger zu entfernen, während im schliessenden Pâda jedes Hemistichs die alte Regel nicht nur aufrecht erhalten, sondern sogar mit verstärkter Strenge durchgeführt wird. So entsteht eine grössere Mannichfaltigkeit des Tonfalls: neben Hemistichen, welche in ihrer ersten so gut wie in ihrer zweiten Hälfte jambisch schliessen, treten solche auf, die ein Widerspiel zwischen nicht jambischem oder doch nicht rein jambischem Ausgang der ersten Hälfte und jambischem Ausgang des Ganzen offenbar nicht ohne Absichtlichkeit herbeiführen ¹). Als Lieder, welche uns diese Entwicklung in einem ihrer frühesten Stadien zu beobachten erlauben, werden wir IX, 112 und X, 60, 7-12 ²) betrachten dürfen. Von den 16 Pâdas des ersten, den 24 des zweiten gehen 14 resp. 20 jambisch aus; die Ausnahmen sind

Cites (1)