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Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.80

Die Hymnen des Rigveda, Bd. I: Metrische und textgeschichtliche Prolegomena c4.s1.80

Language
German

c4.s1.80

Vergleicht man die vorstehende Tabelle mit den oben (S. 10) mitgetheilten Zahlen über die Irregularitäten der Sylben 5-8 in Gâyatrî-Pâdas des alterthümlicheren Styls — Irregularitäten, wie sie ganz ähnlich, nur in geringerer Häufigkeit, sich auch jetzt im schliessenden Pâda des Hemistichs fortsetzen — so weist die Häufigkeit der verschiedenen Metra in der einen und in der andern Tabelle characteristische Unterschiede auf. Oben war unter allen Abweichungen von der jambischen Norm die Gestalt ◡◡◡◡ am häufigsten erschienen, etwa so oft, wie alle übrigen Formen zusammengenommen. Hier nimmt dasselbe Metrum eine ziemlich untergeordnete Stellung ein; an der Spitze der Abweichungen von der jambischen Gestalt steht vielmehr, diese auch jetzt noch immer häufigste Gestalt an Häufigkeit nahezu erreichend, der Antispast ◡--◡: der jambisch anhebende, aber fast gewaltsam im Zusammenstoss zweier Längen zu trochäischem Rhythmus umbiegende Fuss, welchen die spätere Metrik bekanntlich zu fast ausschliesslicher Geltung an dieser Stelle des Verses erhoben hat. Dem Antispast zunächst folgt der Fuss ---◡, der gleichfalls mit seinen zusammenstossenden Längen zu den Jamben des Versausgangs in fühlbarstem Contrast steht. Die seltensten Metra unserer Tabelle, ◡--◡, sind auch in der späteren Metrik an dieser Stelle ganz oder nahezu ungebräuchlich. So erweist sich die scheinbare Regellosigkeit, welche unsere Zahlen beherrscht, in der That in ihren Abweichungen von der Regellosigkeit unserer früheren Abachtungsreihe — mit der sie trotzdem unzweifelhaft zusammenhängt —, als die Vorstufe neuer Geregeltheit; das spätere völlige Verschwinden der Füsse ◡◡◡◡, welche schon hier ein so viel beschränkteres Gebiet zeigen, als ihnen ursprünglich zukam, sodann das spätere weitere Hervortreten der schon hier so bevorzugten Füsse ◡--◡ hat dem aus der Anuṣṭubh hervorgegangenen Hauptversmaass der nachvedischen Poesie seinen Character gegeben, dem epischen Śloka.