Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s10.t2: Die exegetischen Vedāṅgas
Geschichte der indischen Litteratur v1.c8.s10.t2
- Language
- German
Die exegetischen Vedāṅgas
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Mindestens ebenso alt wie die Kalpasūtras sind diejenigen Sūtratexte, welche sich mit der Śikṣā oder »Phonetik« beschäftigen. Während die Kalpasūtras Hilfswerke zum Brāhmaṇateile des Veda sind, stehen die zum Vedāṅga Śikṣā gehörigen Sūtras in engster Beziehung zu den Saṃhitās der Vedas.
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Śikṣā heißt eigentlich »Unterricht«, dann im besonderen »Unterricht im Rezitieren«, d. h. in der richtigen Aussprache, Betonung u. s. w. der Saṃhitātexte. Die älteste Erwähnung dieses Vedāṅga findet sich in der Taittirīya-Upaniṣad (I, 2), wo die Lehre von den Buchstaben und der Betonung, dem Silbenmaſs (Quantität) und der Lautstärke, der Melodie und der Wortverbindung bei der fortlaufenden Rezitation als die sechs Kapitel der Śikṣā aufgezählt werden. Ebenso wie die Lehre vom Ritual entsprang auch die Śikṣā einem religiösen Bedürfnis. Denn um eine Opferhandlung richtig zu vollziehen, war es nicht nur notwendig, das Ritual zu kennen, sondern man muſste auch die heiligen Texte genau aussprechen und ohne Fehler rezitieren können, — und zwar so, wie sie in den Saṃhitās überliefert waren. Dies setzt aber voraus, daſs zur Zeit, wo die Lehrbücher der Śikṣā entstanden, die vedischen Saṃhitās bereits als heilige Texte fixiert waren, daſs sie durch phonetisch geschulte Redaktoren eine feste Gestalt bekommen hatten. In der Tat läſst sich nachweisen, daſs z. B. die Rigveda-Saṃhitā die Hymnen nicht in der Gestalt gibt, wie sie von den alten Sängern gedichtet worden sind. Zwar haben die Redaktoren an den Worten selbst nichts geändert; aber sie liefsen sich in bezug auf die Aussprache, den Auslaut und Anlaut der Wörter, die Vermeidung des Hiatus u. dgl. durch phonetische Theorien dazu verleiten, von der ursprünglichen Rezitationsweise abzuweichen. So lesen wir z. B. in unserer Saṃhitā tvam hyagne, können aber (auf Grund des Metrums) beweisen, daſs die alten Sänger tuam hi agne gesprochen hatten. Es sind also die vedischen Saṃhitās selbst bereits das Werk von Phonetikern. Aber neben den Saṃhitā-Pāṭhas, d. h. den Saṃhitātexten, wie sie nach den Lehren der Śikṣā rezitiert werden muſsten, gibt es auch die sogenannten Pada-Pāṭhas oder »Worttexte«, in denen die einzelnen Worte aus der phonetischen Verbindung, in welcher sie der Saṃhitātext bietet, losgetrennt erscheinen. Ein Beispiel wird genügen, um den Unterschied zwischen Saṃhitā-Pāṭha und Pada-Pāṭha klar zu machen. Ein Vers lautet in unserer Rigveda-Saṃhitā:
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agniḥ pūrvebhirṛṣibhirīḍyo nūtanairuta | sa devā̆m̐ eha vakṣati ||
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Im Pada-Pāṭha lautet dieser Vers:
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agniḥ | pūrvebhiḥ | ṛṣi-bhiḥ | īḍyaḥ | nūtanaiḥ | uta | sa | devān | ā | iha | vakṣati ||
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Diese Pada-Pāṭhas sind natürlich das Werk von phonetisch geschulten Theologen, ja von Grammatikern; denn sie bieten den Text der Verse in einer vollständigen grammatischen Analyse. Dennoch müssen sie ziemlich alt sein. Der Pada-Pāṭha des Rigveda wird dem Śākalya zugeschrieben, einem Lehrer, der schon im Aitareya-Āraṇyaka erwähnt wird.
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Saṃhitā-Pāṭhas und Pada-Pāṭhas sind also die ältesten Erzeugnisse der Śikṣā-Schulen. Die ältesten uns erhaltenen Lehrbücher aber, welche zu diesem Vedāṅga gehören, sind die Prātiśākhyas, welche die Regeln enthalten, mit Hilfe deren man aus dem Pada-Pāṭha den Saṃhitā-Pāṭha bilden kann. Daher enthalten sie Belehrungen über die Aussprache, die Betonung, die euphonischen Veränderungen der Laute in der Wortzusammensetzung sowie im Auslaut und Anlaut der Wörter im Satze, über Verlängerung von Vokalen, kurz: über die ganze Rezitationsweise der Saṃhitā. Zu jeder Śākhā oder Rezension einer Saṃhitā hat es ein solches Lehrbuch gegeben — daher der Name Prātiśākhyas, d. h. »je für eine Śākhā bestimmte Lehrbücher«. Erhalten ist uns zunächst ein Rigveda-Prātiśākhya¹), welches dem Śaunaka, der ein Lehrer des Āśvalāyana gewesen sein soll, zugeschrieben wird. Dieses Werk ist in Versen abgefaſst und wahrscheinlich eine jüngere Überarbeitung eines älteren Sūtra-textes; es wird sogar in Manuskripten und Zitaten als »Sūtra« bezeichnet. Zur Taittirīya-Saṃhitā gehört das Taittirīya-Prātiśākhya-Sūtra²); zur Vājasaneyi-Saṃhitā ein dem Kātyāyana zugeschriebenes Vājasaneyi-Prātiśākhya-Sūtra³), und zur Atharvaveda-Saṃhitā ein Atharvaveda-Prātiśākhya-Sūtra⁴), welches zur Schule der Śaunakas gehören soll.
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¹ Rig-Veda-Pratisakhya, das älteste Lehrbuch der vedischen Phonetik. Sanskrittext mit Übersetzung und Anmerkungen herausgegeben von Max Müller, Leipzig 1856—69.
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² The Taittirīya-Prâtiçâkhya. Text, Translation and Notes by W. D. Whitney. New Haven 1871. (Journal of the American Oriental Society, Vol. IX.)
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³ Kātyāyana's Pratisakhya of the White Yajur-Veda, ed. by P. Y. Pathaka. Benares 1883—88.
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⁴ The Atharva-Veda Prâtiçâkhya or Çaunakîyâ Caturâdhyâyikâ: Text, Translation and Notes. By W. D. Whitney. New Haven 1862. (Journal of the American Oriental Society, Vol. VII.)
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Von Wichtigkeit sind diese Werke für uns in zweifacher Beziehung. Erstens für die Geschichte des grammatischen Studiums in Indien, welche für uns mit diesen Prātiśākhyas beginnt. Wenn sie auch nicht selbst eigentlich grammatische Werke sind, so behandeln sie doch Gegenstände, welche zur Grammatik gehören. Sie beweisen auch dadurch, daſs sie viele Grammatiker zitieren, daſs zu ihrer Zeit das grammatische Studium bereits in voller Blüte stand. Noch wichtiger sind sie aber zweitens dadurch, daſs sie uns eine Bürgschaft dafür abgeben, daſs die Texte der Saṃhitās so, wie sie uns heute vorliegen, sich durch alle Jahrhunderte seit der Zeit der Prātiśākhyas unverändert erhalten haben. So setzen die Regeln des Rigveda-Prātiśākhya voraus, daſs zur Zeit desselben die Rigveda-Saṃhitā nicht nur bereits mit ihrer Einteilung in zehn Maṇḍalas feststand, sondern daſs auch die Reihenfolge der Hymnen in jedem Maṇḍala dieselbe war wie jetzt. Ja, die minutiösen Regeln des Śaunaka lassen keinen Zweifel darüber, daſs zu seiner Zeit der Text der Rigveda-Saṃhitā nahezu Wort für Wort und Silbe für Silbe genau so feststand, wie wir denselben heutzutage in unseren gedruckten Ausgaben vorfinden.
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Diese Prātiśākhyas sind die ältesten Vertreter des Vedāṅga Śikṣā. Es gibt daneben noch mehr moderne Werke, kleine Abhandlungen über Phonetik, die sich Śikṣās nennen und berühmte alte Namen, wie Bhāradvāja, Vyāsa, Vāsiṣṭha, Yājñavalkya u. s. w. als ihre Verfasser angeben. Sie schlieſsen sich an die Prātiśākhyas ungefähr ebenso an, wie auf die alten vedischen Dharmasūtras in späterer Zeit versifizierte Rechtsbücher folgten, die ebenfalls altberühmte Namen als ihre Verfasser nennen. Manche dieser Śikṣās sind verhältnismäſsig alt und schlieſsen sich mehr unmittelbar an irgendein Prātiśākhya an — z. B. die Vyāsa-Śikṣā¹) an das Taittirīya-Prātiśākhya —, während andere viel jüngeren Ursprungs und weder für die Grammatik noch für die Geschichte der vedischen Texte von Belang sind.
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¹ Vgl. H. Lüders, Die Vyâsa-Çikshâ besonders in ihrem Verhältnis zum Taittirîya-Prâtiçâkhya. Kiel 1895.
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Śaunaka und Kātyāyana, welche als Verfasser von Prātiśākhyas genannt werden, gelten auch als die Verfasser von Werken, die der Vedāṅgalitteratur sehr nahe stehen, weil sie sich ebenfalls mit den Texten der vedischen Saṃhitās beschäftigen, die man aber doch nicht als Vedāṅgas bezeichnet. Es sind dies die Anukramaṇīs, d. h. »Verzeichnisse«, »Listen«, »Indices«, welche den Inhalt der vedischen Saṃhitās nach verschiedenen Richtungen angeben. So verfaſste Śaunaka eine Anukramaṇī oder ein Verzeichnis von den Ṛṣis der Rigvedahymnen, ein Verzeichnis von den Metren, eines von den Gottheiten und eines von den Hymnen. Von Kātyāyana besitzen wir eine Sarvānukramaṇī²), d. h. ein »Verzeichnis von allen Dingen«, zum Rigveda. Dieses Werk gibt in der Form von Sūtras die Anfangsworte eines jeden Hymnus, dann die Zahl der Verse, den Namen und das Geschlecht des Ṛṣi, dem derselbe zugeschrieben wird, der Gottheiten, an welche die einzelnen Verse gerichtet sind, und des Metrums oder der Metren, in welchen der Hymnus abgefaſst ist. Dem Śaunaka werden auch die beiden metrischen Werke Bṛhaddevatā und Ṛgvidhāna zugeschrieben. Die Bṛhaddevatā¹) ist ein erweitertes Verzeichnis der in den einzelnen Hymnen des Rigveda verehrten Gottheiten; sie enthält nämlich auch Mythen und Legenden, die sich auf diese Gottheiten beziehen, und ist darum zugleich ein für die indische Erzählungslitteratur wichtiges Werk. Das Ṛgvidhāna²) gibt — gleichfalls in Form eines der Einteilung unserer Rigveda-Saṃhitā folgenden Verzeichnisses — für jeden Hymnus oder auch für einzelne Verse die Zauberwirkung an, welche durch Rezitation derselben erreicht werden kann. Es berührt sich zum Teil mit dem obenerwähnten Sāmavidhāna-Brāhmaṇa.
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² Herausgegeben von A. A. Macdonell, Oxford (Anecdota Oxoniensia) 1886.
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¹ Herausgegeben von Rājendralāla Mitra in der »Bibliotheca Indica«, Calcutta 1892.
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² Ṛgvidhânam edidit cum praefatione Rudolf Meyer, Berolini 1878.
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Die Wichtigkeit der Anukramaṇīs und der verwandten Werke beruht darauf, dafs auch sie beweisen, dafs schon in sehr alter Zeit die Texte der vedischen Saṃhitās fast genau in derselben Gestalt, in derselben Einteilung, mit derselben Verszahl u. s. w. vorhanden waren, wie sie uns jetzt vorliegen.
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Das gleiche gilt auch für das schon bei anderer Gelegenheit erwähnte Nirukta des Yāska³). Auch dieses Werk, das einzige, welches wir als Überrest des Vedāṅga Nirukta besitzen, setzt die Rigveda-Saṃhitā in wesentlich demselben Zustande voraus, in welchem wir sie heute kennen. Die Überlieferung schreibt fälschlicherweise auch die Nighaṇṭus oder »Wortlisten« dem Yāska zu. In Wirklichkeit ist aber das Werk des Yāska nur ein Kommentar zu diesen Wortlisten, von denen Yāska selbst sagt, dafs sie von den Nachkommen der alten Weisen zum leichteren Verständnis der überlieferten Texte zusammengestellt worden seien. Die Nighaṇṭus sind nämlich fünf Listen von Wörtern, welche in drei Abschnitte eingeteilt sind. Der erste Abschnitt (Naighaṇṭukakāṇḍa) besteht aus drei Listen, in welchen vedische Wörter unter bestimmten Hauptbegriffen zusammengestellt sind. Es werden z. B. 21 Namen für »Erde«, 15 für »Gold«, 16 für »Luft«, 101 für »Wasser«, 122 Zeitwörter für »gehen«, 26 Adjektiva und Adverbia für »schnell«, 12 für »viel« u. s. w. aufgeführt. Der zweite Abschnitt (Naigamakāṇḍa oder Aikapadika) enthält eine Liste von einzelnen vieldeutigen und besonders schwierigen Wörtern des Veda, während der dritte Abschnitt (Daivatakāṇḍa) eine Klassifizierung der Gottheiten nach den drei Gebieten Erde, Luftraum und Himmel gibt¹). Mit der Zusammenstellung solcher Glossare hat die Vedaexegese wahrscheinlich begonnen, und erst eine weitere Stufe der Entwicklung war es, als man zu diesen Glossaren Kommentare nach Art unseres Nirukta verfaſste, in welche die Erklärungen schwieriger Vedaverse eingeflochten waren, bis dann in noch späterer Zeit ausführliche und fortlaufende Kommentare zu den vedischen Texten geschrieben worden sind. Sicher ist, daſs Yāska viele Vorgänger hatte, und daſs sein Werk, obgleich es gewiſs sehr alt und für uns das älteste vedaexegetische Werk überhaupt ist, doch nur als das letzte, vielleicht auch vollkommenste Erzeugnis der zum Vedāṅga Nirukta gehörigen Litteratur angesehen werden kann.
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³ Vgl. oben S. 62. Herausgegeben wurde das Nirukta zuerst von R. Roth. Göttingen 1852. Eine mit Kommentaren und Indices reich ausgestattete Ausgabe von S. Sāmaśrami erschien in der »Bibliotheca Indica«, Calcutta 1882—91.
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¹ Über diese Nighaṇṭus als die Anfänge der indischen Lexikographie vgl. Th. Zachariae, Die indischen Wörterbücher (»Grundriſs« I, 3 B.), Straſsburg 1897, S. 2 f.
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Auch von den Vedāṅgas der Metrik und der Astronomie sind uns nur die letzten Ausläufer einer älteren wissenschaftlichen Litteratur in je einem Werk erhalten. Das Lehrbuch des Piṅgala über Metrik, obgleich es von den Indern als ein zum Rigveda beziehungsweise Yajurveda — es ist nämlich in zwei Rezensionen überliefert — gehöriges Vedāṅga angesehen wird, ist doch das Werk einer späteren Zeit; denn es behandelt auch Versmaſse, welche erst der späteren Sanskritdichtung angehören²). Das Jyotiṣa-Vedāṅga ist ein kleines, in Versen abgefaſstes astronomisches Lehrbuch — es enthält in der Rezension des Yajurveda 43, in der des Rigveda 36 Verse —, welches hauptsächlich die Stellen von Mond und Sonne an den Solstizien sowie der Neu- und Vollmonde im Kreise der 27 Nakṣatras oder Sterne des Tierkreises angibt oder Regeln zu deren Berechnung aufstellt³). Schon der Umstand, daſs es nicht in Sūtras abgefaſst ist, weist das Werkchen, welches übrigens noch nicht genügend erklärt ist, einer späteren Zeit zu.
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² Das Sūtra des Piṅgala hat A. Weber im 8. Bande der »Indischen Studien« herausgegeben und erklärt. Vgl. auch A. Weber, Indische Literaturgeschichte, S. 66.
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³ Vgl. A. Weber, Über den Vedakalender namens Jyotisham (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1862) und G. Thibaut, Astronomie (im »Grundriſs« III, 9), S. 17, 20 und 28.
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Ganz verloren gegangen sind uns die alten Vedāṅgatexte über Grammatik. Gewiſs ist auch diese Wissenschaft im Zusammenhang mit der Vedaexegese entstanden und aus den Veda-schulen hervorgegangen. Finden wir doch schon in den Āraṇyakas einzelne grammatische Kunstausdrücke. Aber das älteste und bedeutendste Lehrbuch der Grammatik, das uns erhalten ist, das des Pāṇini, behandelt die vedische Sprache nur mehr nebenbei; es steht zu keiner Vedaschule mehr in engerer Beziehung und gehört überhaupt einer Zeit an, wo die Wissenschaft der Grammatik bereits in eigenen, von der Theologie unabhängigen Fachschulen betrieben wurde. Denn auch in Indien hat sich, wie wir noch in dem Abschnitt über die wissenschaftliche Litteratur sehen werden, die Wissenschaft von der Theologie, in der sie ursprünglich fast ganz eingeschlossen war, mehr und mehr losgelöst.
Cites (17)
- Taittirīyopaniṣad — Sanskrit
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit
- Sarvānukramaṇī (Ṛgveda) — Kātyāyana (Vājasaneyi sūtrakāra), Sanskrit
- Ṛgvedaprātiśākhya — Śaunaka, Sanskrit
- Vājasaneyiprātiśākhya — Kātyāyana (Vājasaneyi sūtrakāra), Sanskrit
- Ṛgvidhāna — Śaunaka, Sanskrit
- Bṛhaddevatā — Śaunaka, Sanskrit
- Vyāsaśikṣā — Vyāsa, Sanskrit
- Taittirīyaprātiśākhya — Sanskrit
- Nirukta — Yāska, Sanskrit
- Śaunakīyā Caturādhyāyikā — Śaunaka, Sanskrit
- Yajurveda — Sanskrit
- Chandaḥsūtra — Piṅgala, Sanskrit
- Aitareyāraṇyaka — Sanskrit
- Ārcajyotiṣa — Lagadha, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Nighaṇṭu — Yāska, Sanskrit