Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s1.2
Geschichte der indischen Litteratur v2.c16.s1.2
- Language
- German
v2.c16.s1.2
In geradezu »vorgeschichtliche« Zeiten führte uns die vedische Litteratur. Und auch für die Anfänge der epischen Dichtung mußten wir auf alle sicheren Zeitangaben verzichten. Erst mit der buddhistischen Litteratur treten wir in das helle Tageslicht der Geschichte ein, und wir haben gesehen, daß auch das Dunkel der Geschichte der vedischen und der epischen Litteratur erst durch dieses Licht einigermaßen erhellt wird. Das Zeitalter des Buddha läßt sich bestimmen, und damit ist ein Anfangspunkt gegeben, von dem ab wir das Entstehen einer buddhistischen Litteratur berechnen können. Um 480 v. Chr. ist Gotama Buddha gestorben¹), und eine gut verbürgte Überlieferung läßt ihn 80 Jahre alt werden. Als junger Mann von 29 Jahren soll er das Leben eines Wanderasketen ergriffen und damit begonnen haben, den Weg zum Heile zu suchen. Nach schweren inneren Kämpfen begann er als gereifter Mann die von ihm gefundene Lehre zu verkünden. In die Zeit von 525—480 v. Chr. dürfte also das Wirken des Buddha fallen: die Begründung und Ausbreitung jener indischen Religion, welche bestimmt sein sollte, eine der drei großen Weltreligionen zu werden. Das Gangesland im nordöstlichen Indien war die Stätte seiner Wirksamkeit. Hier — in den Reichen Magadha (Bihar) und Kosala (Oude) —