Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s2.112
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s2.112
- Language
- German
v3.c21.s2.112
Um die Wende des 13. und 14. Jahrhunderts schrieb Viśvanātha Kavirāja¹) sein Sāhityadarpaṇa²) (»Spiegel der Komposition«), das wieder das ganze Gebiet der Poetik und Dramaturgie ausführlich behandelt. Es wird besonders in bezug auf die letztere sehr geschätzt. In seinen Auseinandersetzungen über das Wesen der Dichtkunst verteidigt er gegenüber dem Dhvanikāra sowie gegen Kuntaka, Bhoja und Mammaṭa seine Ansicht, daß die Stimmung allein die Seele der Poesie sei. Während er sich in bezug auf die Lehre von den Stimmungen an Udbhaṭa anschließt, folgt er in seiner Darstellung der Schmuckmittel dem Ruyyaka. Im sechsten Abschnitt handelt er über die beiden Arten der Dichtkunst, die »zum Schauen bestimmte« und die »zum Hören bestimmte«. Die erstere kommt durch mimische Darstellung zur Geltung und wird rūpaka genannt, weil sie durch Schauspieler Form (rūpa) erhält. Der »zum Schauen bestimmten« Dichtung, d. h. dem Drama, sind die Kārikās 272—556 gewidmet.
Cites (3)
- Vakroktijīvita — Kuntaka, Sanskrit
- Dhvanyāloka — Ānandavardhana, Sanskrit
- Sāhityadarpaṇa — Viśvanātha Kavirāja, Sanskrit