Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s2.13
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s2.13
- Language
- German
v3.c21.s2.13
Die Anordnung ist keineswegs systematisch und macht es wahrscheinlich, daß wir nicht das einheitliche Werk eines Verfassers, sondern eine Kompilation von verschiedenen älteren und jüngeren Texten vor uns haben. Das ursprüngliche Werk war vermutlich ein Sūtratext, wie ja die ältesten wissenschaftlichen Werke in der Regel im Sūtrastil abgefaßt waren²). Auch Memorialverse (Kārikās), die sich auf die Schauspielkunst beziehen, wird es schon frühzeitig gegeben haben. Es ist aber unmöglich, zu bestimmen, aus welcher Zeit die frühesten Texte, aus denen unser Werk zusammengesetzt ist, stammen. Und ebensowenig läßt sich feststellen, wann die Redaktion des uns jetzt vorliegenden Textes entstanden ist³). Daß es eine solche Schlußredaktion gegeben hat, beweist die purāṇaartige Umrahmung und Einkleidung des ganzen Werkes in ein Gespräch zwischen dem Muni Bharata und den Ṛṣis. Nur so viel können wir über die Zeit des Werkes sagen, daß es ein dem Bharata zugeschriebenes Werk über Schauspielkunst schon zur Zeit des Dichters Bhāsa gegeben hat¹). Kālidāsa erwähnt nicht nur das Nāṭyaśāstra, sondern kennt auch den Bharata als Gesetzgeber der dramatischen Kunst²). Mātṛgupta, der Zeitgenosse des Kālidāsa, soll einen metrischen Kommentar zum Nāṭyaśāstra geschrieben haben³).
Cites (1)
- Nāṭyaśāstra — Bharata, Sanskrit