Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s2.56
Geschichte der indischen Litteratur v3.c21.s2.56
- Language
- German
v3.c21.s2.56
Während die älteren indischen Poetiker wie Daṇḍin sich damit begnügten, die Alaṃkāras zu definieren und zu klassifizieren und zu der Ansicht neigten, daß das Wesen der Poesie ganz in diesen Schmuckmitteln bestehe, hat Vāmana, der um 800 n. Chr. am Hofe des Königs Jayāpīḍa von Kaschmir lebte ²), zuerst die Frage nach dem eigentlichen Wesen der Poesie aufgeworfen und dahin beantwortet, daß die Seele der Poesie im Stil, d. h. in der Vereinigung gewisser Vorzüge der Diktion zu suchen sei. Seine Kāvyālaṃkāravṛtti¹) besteht aus einem ästhetisch-theoretischen und einem grammatikalisch-praktischen Teil. Der letztere²) enthält Regeln über Metrik und Grammatik, indem im Anschluß an Pāṇinis grammatische Regeln der Dichter belehrt wird, wie er ein reines Sanskrit schreiben soll.