Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.101
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.101
- Language
- German
v3.c22.s2.101
Die in den buddhistischen Ländern von Kaschmir, Nepal und Tibet bis nach Ceylon verbreitete Sanskritgrammatik ist das Cāndravyākaraṇa¹), die Grammatik des Candragomin. Dieser hat nicht nur die Sūtras des Pāṇini, sondern auch das Mahābhāṣya ausgezogen. Bhartṛhari und Kalhaṇa berichten uns, daß Candragomin sich um die Neubelebung des lange unterbrochenen Studiums des Mahābhāṣya verdient gemacht habe²). Hingegen erzählen tibetische Quellen, daß Candragomin, als er im Hause des Vararuci in Südindien das Bhāṣya des Patañjali fand, bemerkte, daß eṣ »viele Worte und wenig Gedanken« enthalte, weshalb er selbst einen Kommentar zu Pāṇini, nämlich sein Cāndravyākaraṇa, verfaßte³). Außer Pāṇini und Patañjali hat aber Candragomin auch noch andere, uns nicht mehr erhaltene Quellen benützt und eigenes hinzugefügt. Eine Reihe von Fachausdrücken sind ihm eigentümlich. Zur Cāndragrammatik gehören nicht nur Sūtra und Kommentar, sondern auch eine ganze Anzahl von Beiwerken, so insbesondere Dhātupāṭha, Gaṇapāṭha, Uṇādisūtras und Paribhāṣāsūtras, die von den entsprechenden zu Pāṇini gehörigen Texten verschieden sind⁴).
Cites (3)
- Gaṇapāṭha — Pāṇini, Sanskrit
- Dhātupāṭha — Pāṇini, Sanskrit
- Cāndravyākaraṇa — Candragomin, Sanskrit