Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.106
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.106
- Language
- German
v3.c22.s2.106
Schwer ist es, über die Zeit des Candragomin Sicherheit zu erlangen. Nach den von Péri angeführten chinesischen Zeugnissen¹) müßte man Candragomin in den Anfang oder die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts setzen. Nach tibetischen Quellen soll er unter Šīla, dem Sohn des Harṣadeva, etwa um 700 n. Chr. gelebt haben²). Wenn dies richtig wäre, ließe sich verstehen, daß I-tsing in seinem Bericht über die grammatischen Studien der Inder die Grammatik des Candragomin mit keinem Worte erwähnt. Aber gegen diese Annahme der Tibeter spricht die Tatsache, daß in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts die Cāndragrammatik von den Verfassern der Kāśikā benützt wurde und Candragomin von Bhartṛhari als Erneuerer des Mahābhāṣyastudiums genannt wird. Es könnte also Candragomin nur ganz am Anfang des 7. Jahrhunderts, etwa um 600 n. Chr., gelebt haben³).