Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.139
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.139
- Language
- German
v3.c22.s2.139
Zu den älteren Werken gehört auch das Prākṛtalakṣaṇa²) des Caṇḍa, dessen Zeit ebenfalls ganz unbestimmt ist, umso mehr als es zwei Rezensionen dieser Grammatik gibt und die Textüberlieferung eine sehr schlechte ist. Caṇḍas Grammatik ist wahrscheinlich von Hemacandra benützt worden, der im 8. Kapitel des Siddhahemacandra eine Prākritgrammatik gegeben hat³). Hemacandra ist immer mehr ein Kompilator gewesen und hat auch in diesem Werk die Arbeiten seiner Vorgänger reichlich ausgeschrieben. Dennoch ist seine Grammatik für uns die wichtigste von allen, weil sie außerordentlich reichhaltig und vollständig ist. Er behandelt außer den schon bei Vararuci berücksichtigten Dialekten noch drei andere (Ārṣa, Cūlikāpaiśācika und Apabhraṃśa), und bei der Behandlung der Māhārāṣṭrī nimmt er (was ihm als Jainamönch nahe lag) auch auf die Jaina-Māhā- rāṣṭrī Rücksicht¹). Wichtig ist er auch wegen der vielen Beispiele, die er von seinen Vorgängern übernommen hat. Zu den Regeln über die Māhārāṣṭrī zitiert er Stellen aus der Sattasaī und dem Setubandha; für die Paiśācī Stellen aus Guṇāḍhyas Bṛhatkathā; für die Šaurasenī und die Māgadhī gibt er Beispiele aus den Dramen, und für den Apabhraṁśadialekt führt er sonst unbekannte Lieder an, die denen der Sattasaī ähnlich sind. Ganz von Hemacandra abhängig ist Trivikrama (oder Trivikramadeva), der im 13. Jahrhundert ein Prākṛtaśabdānuśāsana in Sūtras und einen Kommentar dazu geschrieben hat²). Er sagt selbst, daß er sich an Hemacandra anschließt, und hat von ihm die meisten Sūtras mit geringen Änderungen übernommen, aber ihnen metrische Form gegeben und ihre Reihenfolge geändert. Er hat sich nach Art des Pāṇini eine eigene Terminologie der Abkürzungen zurecht gemacht, sich aber auch der Abkürzungen des Pāṇini bedient. Wichtig für die Dialekte, die in anderen Grammatiken nicht erwähnt sind, sind das Prākṛtasarvasva des Mārkaṇḍeya Kavīndra und der Prākṛtakalpataru des Rāmatarkavāgīśa, die beide erst im 17. Jahrhundert geschrieben sind³).
Cites (7)
- Setubandha — Pravarasena II, Māhārāṣṭrī Prakrit
- Gāhāsattasaī — Hāla, Māhārāṣṭrī Prakrit
- Bṛhatkathā
- Prākṛtaśabdānuśāsana — Trivikrama (Prakrit grammarian), Sanskrit
- Prākṛtasarvasva — Mārkaṇḍeya Kavīndra 1550, Sanskrit
- Prākṛtakalpataru (Rāma Tarkavāgīśa) — Rāma Tarkavāgīśa, Prakrit
- Prākṛtalakṣaṇa — Caṇḍa, Sanskrit