Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.16
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.16
- Language
- German
v3.c22.s2.16
Sie ist kein Vedāṅga, sondern lehrt die vedische Grammatik nur mehr in der Form von Ausnahmen zu den grammatischen Regeln für das klassische Sanskrit. Aber die Grundlage für die Regeln des Pāṇini bildet ein Sprachgebrauch, der dem der Brāhmaṇas, Upaniṣads und Sūtras mehr entspricht als dem des klassischen Sanskrit¹). Pāṇini selbst nennt zahlreiche Vorgänger, welche die Grammatik von ähnlichen Gesichtspunkten betrachteten wie er selbst. Seine Aṣṭādhyāyī setzt daher eine große Zahl verloren gegangener Werke voraus. Man pflegt die Zeit des Pāṇini um 350 v. Chr. anzusetzen²), aber irgendeine sichere Gewähr für dieses Datum gibt es nicht. Da er die Namen Yāska und Śaunaka erwähnt, muß er jünger sein als diese Verfasser von Vedāṅga-texten. Vor dem 6. Jahrhundert v. Chr. kann er kaum gelebt haben³), und mit einiger Wahrscheinlichkeit wird man ihn wohl ins 5. Jahrhundert v. Chr. setzen können, in eine Zeit, wo der Buddhismus noch nicht zu irgendeiner Bedeutung gelangt war⁴).
Cites (1)
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit