Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.37
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.37
- Language
- German
v3.c22.s2.37
Patañjali ist der Verfasser des Mahābhāṣya, d. h. des »Großen Kommentars«¹). Das ist aber kein Kommentar zu Pāṇinis Regeln, sondern zu den Vārttikas des Kātyāyana, die in dem Mahābhāṣya eingeschlossen sind²). Auch die Vārttikas sind kein Kommentar zu Pāṇinis Grammatik, sondern kritische, erklärende und ergänzende Anmerkungen zu einzelnen Regeln. Kātyāyana ist nicht, wie manche geglaubt haben, ein Gegner, sondern vielmehr ein Bewunderer und Anhänger des Pāṇini, der die Regeln des Meisters und die gegen sie erhobenen Einwände leidenschaftslos prüft, entweder diese Einwände ablehnt oder die Regeln verbessert und nur in seltenen Fällen die Regeln des Pāṇini verwirft. Häufig enthalten die Vārttikas Ergänzungen, die zum Teil auf wirklichen Mängeln von Pāṇinis Lehre beruhen, zum Teil aber auch darin ihren Grund haben, daß der Sprachgebrauch in der zwischen Pāṇini und Kātyāyana verflossenen Zeit sich geändert hatte. Diese Vārttikas sind im allgemeinen kurze Sätze in Prosa im Stil der Sūtras, aber nicht von solcher Kürze, wie die Sūtras des Pāṇini. Es gibt aber auch Vārttikas in Versen (ślokavārttika), die nur zum Teil von Kātyāyana selbst, zum Teil von anderen Vorgängern des Patañjali herrühren. Außerdem gibt es im Mahābhāṣya auch zusammenfassende Memorialverse (kārikā), die verschiedene Verfasser haben³).
Cites (4)
- Aṣṭādhyāyī — Pāṇini, Sanskrit
- Kārikā — Dhammasenāpati, Pāli
- Ślokavārttika — Abhinavagupta, Sanskrit
- C. Mānasollāsa — Sureśvarācārya, Sanskrit