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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.47

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.47

Language
German

v3.c22.s2.47

² Dieses Datum hat man aus einigen Beispielen, die im Mahābhāṣya vorkommen, erschließen wollen; so zuerst Goldstücker, Pāṇini p. 228 ff. S. auch R. G. Bhandarkar, JBRAS 16, 1885, 181 ff.; Weber, Ind. Stud. 5, 147 ff., und Liebich, Panini, S. 11 ff. Nach einem dieser Beispiele wäre Patañjali bei dem Roßopfer des Puṣyamitra, der um 185 v. Chr. die Mauryas stürzte und die Śuṅgadynastie gründete, zugegen gewesen. Die Stelle läßt allerdings keinen Zweifel darüber, daß derjenige, der den Satz: »Hier opfern wir für Puṣyamitra« aussprach, ein Zeitgenosse des Königs gewesen sein muß. Ob aber Patañjali das Beispiel selbst zuerst gegeben oder (wie das bei Grammatikern nicht selten der Fall ist) aus einem älteren grammatischen oder anderen Text herübergenommen hat, ist zweifelhaft. Man kann daher nicht mit solcher Sicherheit, wie es z. B. Haraprasād Śāstrī (JASB 6, 1910, 261) und Smith (Early History p. 202) tun, behaupten, daß Patañjali beim Opfer des Puṣyamitra zugegen war und unter ihm etwa zwischen 150 und 140 v. Chr. sein Mahābhāṣya schrieb. Wie schwach begründet eigentlich das angenommene Datum Patañjalis ist, hat der Pandit N. Bhashyacharya (The Age of Patañjali, Adyar, Madras 1889) ganz gut gezeigt; aber völlig kritiklos sucht derselbe Pandit zu beweisen, daß Patañjali im 10. Jahrhundert v. Chr. das Mahābhāṣya und die Yogasūtras verfaßt habe. (Über Patañjali als Verfasser der Yogasūtras s. weiter unten.) Bühler (Die indischen Inschriften und das Alter der Kunstdichtung, S. 72) meint, das Datum 2. Jahrhundert v. Chr. könne zwar nicht als sicher gelten, aber es sei nicht möglich, daß er später lebte, als etwa im 1. Jahrhundert n. Chr. Durch Inschriften wird das Studium des Mahābhāṣya um 600 n. Chr. schon in Kambodscha bezeugt; s. Wackernagel, Altind. Grammatik, I, S. XXXVII.

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