Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.67
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.67
- Language
- German
v3.c22.s2.67
Wenn auch in der Grammatik des Pāṇini ein gewisser Grundplan durchschimmert¹), so wird dieser doch fortwährend unterbrochen, weil dem Pāṇini Kürze die Hauptsache ist und Sūtras überall eingeschoben wurden, wo sie sich der Kürze wegen am besten einfügen ließen, wenn auch dadurch oft Nichtzusammengehöriges nebeneinander gestellt wurde. Dadurch wurde aber das Studium des Werkes sehr erschwert. Um diesem Übelstande abzuhelfen, wurden verschiedene Lehrbücher verfaßt, in denen die Sūtras des Pāṇini anders angeordnet erscheinen. Von der Art ist die Prakriyākaumudī²) von Rāmacandra, Sohn des Kṛṣṇa, mit einem kurzen Kommentar des Verfassers selbst. Diese Grammatik war das Vorbild für Bhaṭṭoji Dīkṣita, der um 1625 seine Siddhāntakaumudī verfaßte³), in der die Sūtras des Pāṇini nach Gegenständen (Lautlehre, Deklination usw.) angeordnet erscheinen und kurz und klar kommentiert werden. Das leicht verständliche Werk eignet sich am besten zur Einführung in das Studium der einheimischen indischen Grammatik. Daß es in Indien sehr beliebt ist, beweisen die vielen Kommentare, Handschriften und Drucke, die es von dem Werke gibt. Bhaṭṭoji selbst schrieb zu seiner Grammatik einen ausführlichen Kommentar, die Prauḍhamanoramā́⁴). Es gibt auch zwei Abkürzungen von dem Werk, beide von Varadarāja: eine Madhyasiddhāntakaumudī und eine Laghusiddhāntakaumudī, letztere besser bekannt als Laghukaumudī⁵).
Cites (4)
- Vaiyākaraṇasiddhāntakaumudī — Bhaṭṭoji Dīkṣita 1600, Sanskrit
- Laghusiddhāntakaumudī — Varadarāja (grammarian) 1600, Sanskrit
- Prakriyākaumudī — Rāmacandra (author of the Prakriyākaumudī), Sanskrit
- Madhyasiddhāntakaumudī — Varadarāja (grammarian), Sanskrit