Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.7
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.7
- Language
- German
v3.c22.s2.7
Das grammatische Studium begann in Indien im Anschluß an die Beschäftigung mit den Vedatexten. Schon die Herstellung des Padapāṭha zum Rigveda durch Śākalya, wo nicht nur der Satz, sondern auch die Komposita und einzelne Nominalformen in ihre Bestandteile zerlegt werden, setzt grammatische Analyse voraus. Die Prātiśākhyas und Śikṣās können geradezu als grammatische Werke bezeichnet werden¹). Aber auch schon die Etymologien in den Brāhmaṇas, so falsch sie auch sein mögen, verraten Sinn für Sprachanalyse²). Das Śāṅkhāyana-Brāhmaṇa spricht von größerer Reinheit der Sprache im Norden, wohin man sich begab, um eine Autorität auf dem Gebiete der Sprache zu erlangen³). Auch grammatische Fachausdrücke finden sich in den Brāhmaṇas, Āraṇyakas und Upaniṣads. Yāska, der Verfasser des Nirukta, unterscheidet schon die Redeteile, und seine Erklärungen vedischer Wortlisten und Verse setzen grammatische Kenntnisse voraus⁴). Ein Grammatiker ist auch der Verfasser der Bṛhaddevatā, denn er spricht von den Redeteilen, gibt Definitionen von Nomen und Verbum und handelt auch über Partikeln, Praepositionen, Genera und Syntax⁵). Ein eigentliches grammatisches Lehrbuch, das in die vedische Zeit zurückreicht, ist uns aber nicht mehr erhalten⁶).
Linked texts (4)
- Kauṣītakibrāhmaṇa — Kauṣītaki, Sanskrit
- Bṛhaddevatā — Śaunaka, Sanskrit
- Nirukta — Yāska, Sanskrit
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit