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Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.80

Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s2.80

Language
German

v3.c22.s2.80

An die Grammatik des Pāṇini schließen sich auch die verschiedenen Bearbeitungen und Kommentare der Beiwerke zu den Sūtras an. So gibt es mehrere Werke über die Paribhāṣās (s. oben S. 385), von denen der Paribhāṣenduśekhara⁵) des Nāgojībhaṭṭa das beste ist. Häufig ist der Dhātupāṭha bearbeitet und kommentiert worden. Eine der ältesten Bearbeitungen ist der Dhātupradīpa des Maitreyarakṣita⁶). Dieser wurde benützt von Deva in seinem in Versen abgefaßten Daiva, zu welchem Kṛṣṇalīlāśuka seinen Kommentar Puruṣakāra schrieb¹). Das Werk behandelt die Wurzeln, die im Dhātupāṭha gleiche oder ähnliche Form zeigen, aber verschiedene Bedeutungen und verschiedene Konjugationen haben. Daiva und Puruṣakāra werden zitiert in der sehr reichhaltigen Dhātuvṛtti von Mādhavā, dem Bruder des Sāyaṇa²). Auch der Gaṇapāṭha hat mehrfache Bearbeitungen erfahren. Aber der um 1140 n. Chr. in Versen abgefaßte Gaṇaratnamahodadhi³) des Vardhamāna ist nicht für Pāṇini, sondern für eine andere Grammatik gedacht. Zu den Beiwerken von Pāṇinis Sūtras gehören auch die Uṇādisūtras⁴). Das sind Regeln zur Ableitung gewisser Nomina von den Verbalwurzeln des Sanskrit mittels einer bestimmten Art von Suffixen, die in einer mit uṇ (d. i. dem Suffix u) beginnenden Liste aufgezählt waren. Eine solche Liste hat es schon vor Pāṇini gegeben, denn er erwähnt sie zweimal. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der von Pāṇini erwähnte Śākaṭāyana der Verfasser der Uṇādisūtras war⁵). Der beste Kommentar zu den Uṇādisūtras ist der des Ujjvaladatta (etwa Mitte des 13. Jahrhunderts). Zu den Beiwerken zu Pāṇini gehören endlich auch die Phiṭsūtras⁶), Regeln über die Akzente sowohl der vedischen Sprache als auch des Sanskrit. Der Verfasser dieser Regeln ist Śāntanava, der sicher nach Pāṇini gelebt hat. Wahrscheinlich hat auch Patañjali diese Regeln noch nicht gekannt.

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