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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s1.t2.2

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s1.t2.2

Language
German

c10.s1.t2.2

Die heutige Gliederung der Menschheit in Kasten und Unterkasten hat, so lehren die Jaina-Theologen, nicht immer geherrscht. In den ersten, glücklichen Zeitaltern unserer Weltperiode standen die Menschen einander alle gleich. Erst zur Zeit Rishabhas trat die Scheidung in Kasten ein, und zwar soll es zuerst drei Kasten gegeben haben: die Kshatriyas, welche die Menschheit mit der Waffe schützen sollten, die Vaishyas, welche dem Handel, dem Ackerbau und der Viehzucht obzuliegen hatten, und die Shûdras, deren Pflicht es war, die mannigfaltigsten Dienste zu verrichten. Die Shûdras zerfielen in zwei Gruppen: in Handwerker und andere. Die ersteren waren entweder „berührbar“, d. h. rituell rein (wie Barbiere), oder unrein (wie solche, die gesondert von anderen wohnen müssen). Unter Bharata erfuhr das Kastenwesen seine weitere Ausbildung. Bharata rief den Brahmanenstand ins Leben, indem er fromme Männer damit beauftragte, sich dem Studium der heiligen Überlieferung und der Ausführung der religiösen Zeremonien zu widmen¹⁰.