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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s3.t2.2

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s3.t2.2

Language
German

c10.s3.t2.2

Schon im Kalpasûtra des Bhadrabâhu werden eine Reihe von Ganas „Schulen“, Kulas „Unterabteilungen der Schulen“ und Shâkhâs „Zweigen“, in welche diese sich spalteten, genannt. Die in Mathurâ gefundenen Inschriften geben ebenfalls die Namen zahlreicher Schulen und ihrer Unterabteilungen und bestätigen dadurch die Angaben des Kalpasûtra. Aus Inschriften und literarischen Quellen ergibt sich, daß diese Verhältnisse auch für die ganze folgende Zeit bis zur Gegenwart gelten. Durch sorgfältige Zusammenstellung epigraphischer und anderer Nachrichten läßt sich ein Verzeichnis zahlreicher solcher Gruppen gewinnen; eine solche Liste wird jedoch kaum je alle Schulen umfassen können, die im Jainatum existiert haben oder existieren, weil manche von ihnen zweifellos so unbedeutend gewesen sind, daß uns ihre Namen nicht erhalten blieben. Die Zahl der Schulen ist, wie die Jainas selbst meinen 75, eben nicht bestimmbar. Wenn von den Shvetâmbaras gesagt wird, bei ihnen gäbe es 84 Gacchas, so ist dies nicht dahin zu verstehen, daß es tatsächlich gerade 84 gegeben habe, sondern es soll damit wohl nur das Vorhandensein einer großen Zahl von Gacchas zum Ausdruck gebracht werden. (Die Zahl 84 spielt in Indien bei Aufzählungen stets eine große Rolle.) Daß die Angabe der Zahl 84 an sich nicht richtig sein kann, ergibt sich nicht nur aus den Aufzählungen selbst, welche vielfach variieren und in welchen die Namen von einigen anerkannten Schulen fehlen, sondern auch daraus, daß alle diese Gacchas auf die 84 Schüler des Uddyotana Sûri (937 n. Chr.) zurückgehen sollen; natürlich sind aber auch in späterer Zeit noch Gacchas entstanden, weshalb auch Nahar und Ghosh 76 in ihrer Liste deren weit über hundert aufführen.

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