Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s3.t2.24
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s3.t2.24
- Language
- German
c10.s3.t2.24
„Sie suchen den Wandel der Mönche in genaue Übereinstimmung mit den Vorschriften der kanonischen Schriften zu bringen und verlangen unverbrüchliche Befolgung derselben. Ja, mir ist ein Fall mitgeteilt worden, daß Yatis derselben auf der Wanderschaft umkamen, weil sie nicht solches Wasser bekommen konnten, wie es nach ihren Vorschriften den Mönchen zu trinken allein gestattet ist, obschon sonst an Wasser dort kein Mangel war. Sonderbar ist, daß es die Terâpanthîs nicht für eine Pflicht oder auch nur für ein gutes Werk halten, ein in Lebensgefahr befindliches Wesen zu retten; denn man müsse dem Karma seinen Lauf lassen. Das Merkwürdigste in dieser, bisher bei uns noch fast gänzlich unbekannten Sekte ist, daß ein äußerst straffes geistliches Regiment bei ihnen waltet. Das jeweilige Oberhaupt, der Pûjyajî Mahârâj, hat eine dem Jesuitengeneral vergleichbare Stellung: alle Mönche schulden ihm unbedingten Gehorsam und müssen sich täglich durch einen unterschriebenen Revers dazu verpflichten. Die Sekte soll über 70 Mönche und etwa dreimal soviel Nonnen zählen; denn viele Witwen ziehen den geistlichen Stand dem beschwerlichen Lose einer Witwe vor. Sie ist hauptsächlich im Westen Indiens verbreitet; doch finden sich Laien der Terâpanthîs auch in allen großen Handelsstädten bis Calcutta.“