Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t5.1
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t5.1
- Language
- German
c11.s2.t5.1
Die auf die Tîrthankaras gerichtete Andacht, der Dienst vor ihren Standbildern und das vorschriftsmäßige Feiern der Festtage gewährt besonders großes religiöses Verdienst im Diesseits und Jenseits, wenn es an Orten geschieht, die als heilig gelten. Die allen Indern tief eingewurzelte Überzeugung, daß sich auf dem geweihten Boden Bharatavarshas eine große Zahl von heiligen Stätten befänden, deren Besuch heilfördernde und sündentilgende Wirkungen auslöse, wird auch von den Jainas voll und ganz geteilt. Die Hindus nennen die heiligen Orte, zu denen die Pilger von weither wallfahren, „Tîrthas“. Das Wort „Tîrtha“ bezeichnet einen Zugang, eine Straße, besonders zum Wasser, eine Rinne, eine Furt am Wasser, eine Tränke, einen Badeplatz 83. Von der Bedeutung „Badeplatz“ aus erhielt das Wort bei den Hindus den Sinn „heilige Stätte, Wallfahrtsort“, weil die bedeutendsten Heiligtümer an einem heiligen Fluß oder See liegen, dessen Wassern eine entsühnende Kraft zugeschrieben wird. Der Begriff „Tîrtha“ wurde von hier aus in früher Zeit auch auf andere Heiligtümer übertragen, die nicht den Charakter von Badeplätzen tragen; ein Tîrtha ist dann ein Ort, der die Bahn für das Durchschreiten des Stromes der Seelenwanderung öffnet.