Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s3.t2.1
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s3.t2.1
- Language
- German
c11.s3.t2.1
Seit dem ersten Bekanntwerden des Jainismus in Europa hat die Frage, ob zwischen ihm und dem Buddhismus ein historischer Zusammenhang bestehe, alle Forscher beschäftigt, die sich mit dem Jainatum befaßt haben. Die Jainas selber glauben, daß der Buddhismus eine von einem abgefallenen Jaina-Mönch begründete Irrlehre sei. Nach der einen Version soll der Asket Buddhakîrti aus der Schule Pârshvas, als er sich am Ufer des Flusses Sarayû Kasteiungen hingab, gesehen haben, wie ein toter Fisch an der Stelle, wo er saß, vom Wasser angeschwemmt wurde. Er überlegte daraufhin, daß es keine Sünde sein könne, den Fisch zu essen, da er ja ohne Seele sei, und verzehrte ihn. Diese Handlung soll dann die Ursache eines Schismas geworden sein, aus welchem der Buddhismus hervorging. Nach einem anderen Bericht soll ein anderer Schüler Pârshvas, Maudgalyâyana, das Buddhatum aus Haß gegen Mahâvîra gestiftet haben, indem er den Sohn Shuddhodanas, Buddha, für Gott erklärte¹⁶. Die Auffassung, daß der Buddhismus aus dem Jainismus hervorgegangen sei, ist früher auch vereinzelt von europäischen Gelehrten (Colebrooke, Prinsep, Stevenson, Ed. Thomas) vertreten worden. Diese stützten ihre Theorie namentlich darauf, daß ein Schüler Mahâvîras Gautama hieß und daß sie diesen dann fälschlich mit Gautama Buddha identifizierten.