Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c13: Zu den Bildern
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c13
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- German
Zu den Bildern
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Titelbild: Die Hochzeit des Shâlibhadra.
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Shâlibhadra war ein tugendhafter Großkaufmann, der zur Zeit Mahâvîras in Râjagriha lebte. Von der Erkenntnis der Unbeständigkeit der Welt ergriffen, verließ er seine 32 Frauen, wurde Asket und starb schließlich den Hungertod der Weisen.
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Die Shâlibhadra-Legende gehört zu den beliebtesten Erzählungsstoffen der Jaina-Literatur und liegt in verschiedenen Fassungen vor. Vgl. hierüber M. Bloomfield, Journal of the American Oriental Society 43 (1923), p. 257 ff., woselbst eine Analyse der Bearbeitung des Pradyumna Sûri gegeben wird. Die Geschichte ist häufig illustriert worden: A. K. Coomaraswamy, Catalogue of the Indian Collections in the Museum of Fine Arts, Boston. Part IV: Jaina Paintings and Manuscripts (Boston 1924) reproduziert auf Tafel XXIII ff. eine Reihe von Miniaturen aus einem Ms. der Hindi-Version des Jinasinha Sûri (um 1621), das im Jahre 1793 in Kishangarh niedergeschrieben wurde. Die von mir hier erstmalig veröffentlichten Miniaturen entstammen einer Handschrift der „Shri-Sâlibhadra-Dhannâ-caupaî“, welche ich von Vijaya Indra Sûri geliehen erhielt.
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Das Bild stellt dar, wie an Shâlibhadra und seiner 32. Gattin die Heiratszeremonie vollzogen wird, während seine anderen 31 Frauen einander die Hände reichen und dadurch ihrer Freude Ausdruck geben. Die dargestellten Riten entsprechen den heute üblichen; vgl. S. 414 f.
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Schwarze Tafeln am Schluß des Werkes.
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Tafel 1. Rishabha oder Adinâtha, der 1. Tirthankara im großen Tempel von Shatrunjaya (nach einer Photographie).
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Tafeln 2–4. Tempel auf dem Berge Shatrunjaya.
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Tafel 5. Der Tempel Neminâthas, des 22. Tirthankara, auf dem Berge Girnâr.
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Tafel 6. Tempel auf dem Berge Âbû.
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Tafel 7. Inneres eines Tempels auf Berg Âbû.
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Tafel 8. Prozession des Mahâvîra. Modernes Jaina-Gemälde nach älterer Vorlage. Das Bild zeigt den Tirthankara von Genien umgeben. Vor ihm Götter mit den heiligen Attributen (s. S. 253), hinter ihm Mönche, Nonnen und Laien. Im Hintergrunde das Samavasarana (S. 251), in der Luft Götter in ihren Vimânas.
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Tafel 9. Statue eines Tirthankara aus Mathurâ (Kushan-Zeit). Das Original befindet sich im Museum in Lâkhnau.
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Tafel 10. Weibliche Genien vor dem Jaina Stûpa bei Mathurâ (Kankâlî Tilâ). Nach V. A. Smith, „The Jain Stûpa and other Antiquities of Mathurâ“ (Archaeolog. Survey of India, New Imperial Series, vol. XX), Tafel LX und LXII.
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Tafel 11. Die Kolossalstatue des Gommata in Shravana Belgola (s. S. 392 f.); nach Indian Antiquary 2 (1873), p. 373.
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Tafel 12. Marmorstatue des 8. Tirthankara Candraprabha (Jaipur, Anfang des 19. Jh.), davor ein Schrein aus geschnitztem Teakholz (Ahmedâbâd, 17. Jh.). Original im Victoria and Albert Museum, Indian Section, London.
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Tafel 13. Statuen von Tejahpâla und seiner Gattin Anupamâ (s. S. 52) in einem Tempel auf dem Berge Âbû. Beide Figuren halten Girlanden, um sie um eine Jina-Statue zu legen. Um den Hals tragen sie anscheinend das Mundtuch, das die Verehrer beim Kult umbinden, um nicht das Idol durch ihren Atem zu beflecken.
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Tafel 14. Erdkarte (vgl. S. 226 ff.). Original im Brooklyn Institute Museum, Brooklyn, New York.
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Tafel 15. Darstellung der Welt in Gestalt einer Frau (vgl. S. 223). Aus einer Handschrift des „Sangrabanî-Sûtra“ des Candrasûri im Museum für Völkerkunde, Berlin.
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Tafel 16. Mahâvîra predigt in seinem Samavasarana; Götter, Tiere und Menschen eilen herbei, um ihn zu hören. Miniatur (in Originalgröße) in der Handschrift der „Shrî-Sâlibhadra-Dhannâcaupaî“ (vgl. S. 489).
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Tafel 17. König Shrenika mit Gefolge. Miniatur, wie Nr. 16.
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Tafel 18. Jaina-Mönche und -Nonnen:
1. Âcârya Vijaya Dharma Sûri, der berühmte Shvetâmbara-Sâdhu (1868–1922), vgl. S. 74 ff.
2. Punashrî, eine Shvetâmbara-Sâdhvî des Kharatara-Gaccha. Sie starb um 1918 und hinterließ einige 80 Nonnen-Schülerinnen.
3. Cârukirti Panditârya Varya Svâmî, der Hohepriester der Digambaras in Shravana Belgola.
4. Predigender Mönch mit Mundtuch, Ahmedâbâd.
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Tafel 19. Der Meister Vijaya Dharma Sûri (vgl. Tafel 18) mit seinen Mönchen, darunter sein späterer Nachfolger Vijaya Indra Sûri, umgeben von Jaina-Laien.
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Tafel 20. Miniaturen aus der im Staatlichen Museum für Völkerkunde in Berlin befindlichen Handschrift des „Jinacaritra“ (IC 23 647). Die Vorlagen wurden von Frau Marg. Hüttemann gezeichnet und von Wilhelm Hüttemann in seinem Aufsatz „Miniaturen zum Jinacaritra“ (Baessler Archiv IV, Heft 2, p. 47 ff.) veröffentlicht und beschrieben.
1. Harinaigamaishî überträgt den Embryo Mahâvîras in den Schoß der Trishalâ (vgl. S. 297).
2. Oben: Der Tirthankara Arishtanemi (kenntlich an seinem an der Thronleiste angebrachten Wappen, der Muschel) in der Mondsichel (Symbol der Erlösung, vgl. S. 383). Unten: Ein Tirthankara im Samavasarana (vgl. S. 251 und Tafel 8 und 16).
3. Die 8 Glückszeichen (Mangala, S. 384). Im Zentrum des ganzen Bildes steht der Wasserkrug, in der obersten Reihe links (vom Beschauer) der Spiegel, rechts der Thron; im mittleren Felde links die Puderdose, rechts die beiden Fische, im untersten Fach nebeneinander die drei Diagramme: Shrîvatsa (in ornamentaler Form zu einem von einer Lotusblume ausgefüllten Achteck ausgestaltet), Svastika und Nandyâvarta.
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4. Die glückverheißenden Traumbilder, welche (nach der Anschauung der Shetâmbaras) die Geburt eines Tirthankara ankündigen (vgl. S. 248). In der hier gegebenen Darstellung folgen aufeinander: Elefant, Stier, Löwe, Kränze, Göttin Shrî, Banner, Vase, Lotusteich, Ozean, Götterpalast, Juwelenhaufen, Feuer. (Die beiden Traumbilder Sonne und Mond fehlen hier, da sie auf einem anderen Bilde der Handschrift dargestellt sind.)
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Tafel 21. Darstellungen eines Siddhacakra, links (vom Beschauer) als „Yantra“, rechts als „Mandala“. Zur Erklärung vergleiche man das Diagramm auf S. 384. In dem Yantra sind die 5 Parameshthis bildlich dargestellt, die Namen der 4 Tugenden figurieren in Devanâgari-Schrift an den entsprechenden Stellen. In dem Mandala sind die einzelnen Felder mit Mantras wie „Om, Hrim, Shrî, rham“ beschrieben, es folgt dann jeweils die Huldigung an einen der 5 Parameshthis oder eine der 4 Tugenden, welche die betr. Blätter symbolisieren, und schließlich eine Bemerkung über die Farbe des betr. Feldes. Die Farben der Felder sind folgende: 1. weiß, 2. rot, 3. gelb, 4. blau (grün), 5. schwarz (dunkelblau), 6.—9. weiß.
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Tafeln 22—23. Die Wappen der 24 Tirthankaras der gegenwärtigen Weltperiode in der Darstellung der Shvetâmbaras. Nach einer von Mr. A. E. L. Rost hergestellten Kopie eines im Indian Institute in Oxford befindlichen mehrfarbigen indischen Gemäldes.
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Die Zahlen in der oberen linken Ecke eines jeden Feldes beziehen sich auf die Nummern der einzelnen Tirthankaras, deren Reihenfolge die Tabelle auf S. 261 zeigt.
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Die Wappenbilder sind nach den Shvetâmbaras die folgenden: 1. Stier, 2. Elefant, 3. Roß, 4. Affe, 5. Brachvogel, 6. roter Lotus mit sieben Blättern, 7. Svastika, 8. Halbmond, 9. Fisch (Makara), 10. Shrîvatsa, 11. Nashorn, 12. Büffel, 13. Eber, 14. Falke, 15. Donnerkeil, 16. Antilope, 17. Ziegenbock, 18. Nandyâvarta, 19. Wassertopf, 20. Schildkröte, 21. blauer Lotus mit fünf Blättern, 22. Muschel, 23. Schlange, 24. Löwe.
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Bei den Digambaras sind dieselben Symbole üblich, jedoch mit folgenden Abweichungen: 9. Krebs, 10. Ficus religiosa, 11. Garuda, 14. Bär, 18. Fisch, 21. Ashoka-Baum. (9 und 21 nicht immer.)
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Die kleinen Rechtecke über den einzelnen Symbolen auf Tafel 22—23 sind im Original mit den Farben der Tirthankaras ausgefüllt. Die Farben der Tirthankaras sind (nach den Shvetâmbaras) die folgenden: 1.—5. golden (gelb), 6. rot, 7. golden, 8.—9. weiß, 10. 11. golden, 12. rot, 13.—18. golden, 19. blau (grün), 20. schwarz (dunkelblau), 21. golden, 22. schwarz (dunkelblau), 23. blau (grün), 24. golden.
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Bei den Digambaras hat 7. blaue (grüne), 19. goldene (gelbe) Farbe.
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Tafeln 24--27. Die Tirthankaras mit ihren Yakshas und Yakshinis nach der Vorstellung der Digambaras in den kanaresischen Gebieten Südindiens (nach Jas. Burgess, „Digambara Jaina Iconography“, Ind. Antq. 32 (1903), p. 459 ff. Die Bilder erhielt Burgess durch Alexander Rea, vom Archaeological Survey in Southern India). Da die Tirthankaras mit Ausnahme von Supârshva und Pârshva bis auf die wechselnden Wappenzeichen alle einander gleichen, wurden, um Raum zu sparen, nur Supârshva und Pârshva sowie als Beispiele für die übrigen 22 Rishabha und Padmaprabha (auf der Tafel im Ind. Antq. versehentlich als Sumnatinâtha bezeichnet) abgebildet. Die übrigen Figuren stellen die Yakshas (links vom Beschauer) und die Yakshinis der Tirthankaras in der üblichen Reihenfolge dar (vgl. S. 362). Neben jedem Yaksha und jeder Yakshinî (Shâsanadevatâ) ein Symbol.
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Die Symbole der Yakshas sind der Reihe nach: 1. Stier, 2. Elefant, 3. Pfau, 4. Elefant, 5. Vogel Garuda, 6. Stier, 7. Löwe, 8. Hansa, 9. Schildkröte, 10. Lotus, 11. Stier, 12. Pfau, 13. Hahn, 14. Krokodil, 15. Fisch, 16. Stier, 17. Pfau, 18. Pfau, 19. Elefant, 20. —, 21. Stier, 22. Turm oder Tempel, 23. Schildkröte, 24. Elefant.
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Die Symbole der Yakshinis sind: 1. Vogel Garuda, 2. Schemel, 3. Hansa, 4. Hansa, 5. Elefant, 6. Roß, 7. Stier, 8. Stier, 9. —, 10. —, 11. Stier, 12. Schlange, 13. Schlange, 14. Hansa, 15. Löwe, 16. Pfau, 17. Pfau, 18. Hansa, 19. Hansa, 20. Schlange, 21. Krokodil, 22. Löwe, 23. Hansa, 24. Hansa.
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Auf Tafel 27 unten: Sarasvatî, die Göttin der Gelehrsamkeit, daneben Brahmayaksha (eine andere Darstellung oben Nr. 10). An der Seite: die Symbole für die Laute Om (s. S. 367 und 385) und Hrîm (S. 385).
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Tafel 28. Digambara-Statuette des 23. Tirthankara Pârshva (im Besitze des Brooklyn Institute Museum, Brooklyn, New York). Pârshva, in der Kâyotsarga-Stellung stehend, ist von sechs kleinen Figuren umgeben; die beiden oberen auf jeder Seite stellen Tirthankaras dar (wahrscheinlich Rishabha, Shânti, Arishtanemi, Mahâvîra), die beiden unteren Indra und Indrânî mit Yakwedel und Lotus.
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Die beiden bunten Tafeln am Schluß des Buches sind Reproduktionen von zwei Blättern der oben unter Nr. 30 erwähnten „Jinacaritra“-Handschrift des Museums für Völkerkunde in Berlin. Der Prâkrit-Text ist in kunstvoller Devanâgârî-Schrift geschrieben. Das Loch in der Mitte dient zum Durchziehen einer Schnur (vgl. S. 88). Jedes der beiden Blätter ist mit einer prunkvoll ausgeführten Miniatur geschmückt.
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Das Bild auf Fol. 44 stellt Mahâvîra dar, wie er sich bei seiner Mönchswerdung die Haare ausreißt, hinter ihm Indra.
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Die Miniatur auf Fol. 53 zeigt Mahâvîras Vorgänger Pârshva mit dem charakteristischen, durch sieben Schlangenhäupter gebildeten Diadem.
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Beide Miniaturen sind von W. Hüttemann in dem zu Tafel 20 erwähnten Aufsatze ausführlich beschrieben worden.