Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s2.t1.15
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s2.t1.15
- Language
- German
c8.s2.t1.15
Die Sanskrit-Grammatiken der Jainas schließen sich zumeist eng an die brahmanische des Pànini an. Die berühmtesten sind das sog. „Jainendravyâkarana“ des Pùjyapâda Devanandî (s. S. 54) und das Shâkatâyana-vyâkarana des Shâkatâyana, der zur Zeit Amoghavarshas (9. Jh.) schrieb. Auf dem letztgenannten Werk fußt die Grammatik des Hemacandra (12. Jh.), das sog. „Siddhahemacandra“, welche F. Kielhorn als die beste Grammatik des indischen Mittelalters bezeichnet hat 24. Das 8. Buch des „Siddhahemacandra“ enthält eine Pràkritgrammatik. Da das Pràkrit die Kirchensprache der Jainas ist, haben sie dieses Fach auch sonst bearbeitet. Vorzügliches haben sie ebenfalls auf dem Gebiet der Grammatik der neuindischen Sprachen geleistet. Auch durch Abfassung von Wörterbüchern und ähnlichen Werken haben sich die Jainas Verdienste erworben. Indische Grammatiker lieben es, ihre Lehren praktisch zu erläutern. Ein derartiges grammatisches Exempelbuch ist Hemacandras Epos „Kumârapâlacarita“, das somit, gleich dem berühmten brahmanischen „Bhattikâvya“, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden sucht.
Cites (4)
- Rāvaṇavadha — Bhaṭṭi, Sanskrit
- Śākaṭāyanavyākaraṇa (Śabdānuśāsana) — Pālyakīrti Śākaṭāyana, Sanskrit
- Kumārapālacarita (Prākṛtadvyāśraya) — Hemacandra, Prakrit
- Jainendravyākaraṇa — Devanandin Pūjyapāda, Sanskrit