Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s2.t2.28
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s2.t2.28
- Language
- German
c9.s2.t2.28
Eine Reihe von besonderen Zuständen können an Stoffen in die Erscheinung treten, wie warme Lichtausstrahlung (wie sie z. B. von der Sonne ausgeht) und kalte Lichtausstrahlung (wie sie der Mond, Juwelen, Leuchtkäfer usw. spenden), Finsternis, Schatten und Schall. Die Finsternis wird nicht als bloße Negation des Lichtes, sondern als etwas Stoffliches betrachtet¹. Der Schatten und jeder Reflex eines Körpers (im Spiegel, im Wasser usw.) gilt als etwas Materielles, er wird durch feine Stoffe hervorgerufen, die von einem Körper ausgehen. Der Schall wird von den Jainas als ein feiner Stoff aufgefaßt, nicht, wie von anderen indischen Philosophen, als eine Eigenschaft des Äthers (Raumes, Âkâsha). Er entsteht dadurch, daß Aggregate von Atomen gegeneinander gerieben werden. Es werden zwei Arten des Schalls unterschieden: Schall, der sprachliche Bedeutung hat, und Schall, der keine solche hat. Die erste Art zerfällt wieder in zwei Klassen, nämlich in Schall, der durch Buchstaben ausgedrückt werden kann, und in Schall, der nicht durch Buchstaben ausgedrückt werden kann; zu dem letzteren werden die Töne gerechnet, welche Wesen mit 2, 3, 4 Sinnesorganen sowie Kevalîs (erlöste Heilige) von sich geben. Der Schall, der keine sprachliche Bedeutung hat, wird entweder von menschlichen Wesen mit Hilfe von Instrumenten (von denen 4 Arten unterschieden werden) hervorgebracht, oder er entsteht in anderer Weise (wie z. B. Donner)¹².