Die Religion des Veda c7.s2.81
Die Religion des Veda c7.s2.81
- Language
- German
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Damit ist nun, meine ich, für die Erzählungen von den Siegen Indras über einzelne Dāsas die Deutung angezeigt. Mögen mythische Elemente sich beigemischt haben, die Grundlage bleibt irdisch-menschlich. Dies bestätigt sich zunächst in folgendem Zuge: während Indra den Vṛtra tötet zum Segen der Menschen ganz im allgemeinen, die Kühe der Paṇis gewinnt zum Segen der priesterlichen Urmenschen, der Aṅgiras, werden bei der Bezwingung der Dāsas — soweit es nicht allgemein heißt, daß Indra sie für den Arier vollbrachte — einzelne Menschen namhaft gemacht, mit denen im Bunde, denen sich gnädig erweisend Indra jene niedergeworfen hat: nicht, oder nicht in erster Linie, wie bei vielen anderen Wundertaten die Namen priesterlicher Vorfahren, sondern offenbar Namen von Fürsten und Kriegern, zum Teil vielleicht die Namen idealer Repräsentanten von Fürstengeschlechtern, daneben auch allem Anschein nach historische Namen wie Dabhīti, Ṛjiśvan des Vidathin Sohn, vor allem Divodāsa Atithigva¹), der Vater des berühmten Königs Sudās. Auch die Dāsas werden in großer Zahl mit Namen genannt, von denen einzelne sich zu mythischer Deutung hergeben können wie Śuṣṇa („Zischer“, vgl. I, 54, 5?, oder „Dörrer“?), andere so harmlos wie möglich aussehen und wohl die Namen wilder Führer sein mögen so wie die Arier sie sich mundgerecht machten: Pipru, Ilībiśa, Śambara und andere²). Der einzelne Arierfürst hat seinen bestimmten Dasafeind, zuweilen mehrere solche Feinde³).
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Auch untereinander kämpfen die Arier, wie wir schon berührten (S. 150); die Spur dieser Feindschaften zeigt sich gelegentlich darin, daß derselbe Stamm oder König von den einen Liederdichtern als befreundet und siegreich, von den anderen als feindlich, als von Indra niedergeworfen genannt wird: und im selben Ton, im selben Zusammenhang wie von diesen Rivalitäten der Arier untereinander ist von den Kämpfen gegen die Dāsas die Rede¹). Es ist klar, daß wir uns hier wie dort auf demselben historischen Boden befinden. Was wir sonst noch von Details über die Taten hören, die Indra mit Ariern verbündet gegen die Dāsahäuptlinge vollbracht hat, fügt sich anschaulich in ein Bild irdisch-menschlicher Vorgänge ein. Der arische Führer oder Priester hat Indra vor dem Kampf angerufen: „Die Preislieder des Gaurivīti haben dich (Indra) stark gemacht. Den Pipru unterwarfst du dem Sohn des Vidathin. Zur Freundschaft führte dich R̥jiśvan²) heran, der dir Opferspeise kochte; seinen Soma trankst du.“ In den Kämpfen mit einem der Dāsas, mit Śambara, spielt das Gebirge eine Rolle, in dem dieser haust. Indra hat „Śambara, der in den Bergen wohnt, im vierzigsten Herbste gefunden“. „Den Dāsa, den Sohn des Kulitara, hast du Indra vom großen Berge herabgeschlagen, den Śambara.“ „Vom Berge hast du Śambara, den Dāsa, herabgeschlagen und hast Divodāsa gesegnet mit glänzenden Segnungen“³).
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Besonders häufig aber werden die Burgen der Dāsas erwähnt, die Indra und seine menschlichen Genossen zerbrochen haben: das Kampfobjekt — geschichtlicher Wahrheit anders entsprechend als Vr̥tras Flüsse oder die Kühe der Morgenröte —, um das Arier und Dāsas streiten. Oft werden fabelhafte Zahlen solcher Burgen genannt: eine Ausschmückung frommer Lobrednerei, die doch den realen Charakter dieser Vorgänge ihrem Kern nach nicht zweifelhaft macht. „Du hast Śambaras des Dasyu hundert Burgen widerstandslos niedergestürzt, als du mit deiner Kraft, o Kräftiger, zu Schätzen halfst Divodāsa dem Somapresser . . . Bharadvāja dem Sänger.“ „Indra und Viṣṇu, die befestigten Burgen des Śambara, die neunundneunzig habt ihr zerschlagen; hundert Mannen und tausend Varcins des Asura¹ tötet ihr zumal ohne Widerstand.“ „Du hast, o Mannesmutiger, die Burgen des Pipru zerbrochen; dem Ṛjiśvan hast du geholfen beim Töten der Dasyus“². — Bei zwei regelmäßig zusammen genannten Dāsas, Cumuri und Dhuni, findet sich stehend der Zug, daß Indra sie eingeschläfert hat; es wird sich um einen nächtlichen Überfall handeln, der ihrem Bezwinger Dabhīti gelungen ist. „Mit Schlaf Cumuri übergießend und Dhuni hast du den Dasyu getötet; dem Dabhīti bist du gnädig gewesen. Da gewann Gold selbst der Greis am Stabe. Das hat Indra im Somarausch getan“ (II, 15, 9). „Es schlafen Dhuni und Cumuri, die du (Indra) eingeschläfert hast.
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Es erglänzte mit seinem Soma Dabhīti, der ihn dir preßte, der Brennholz herbeitrug und Opfer kochte, mit seinen Liedern“ (VI, 20, 13).