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Die Religion des Veda c8.s1.26

Die Religion des Veda c8.s1.26

Language
German

c8.s1.26

Aber die Umgebungen, in denen dies Opfer sein Dasein hat, die Vergangenheit, auf der es beruht, sind, wie wir wissen, voll von Vorstellungen und Praktiken des Zauberwesens, das ohne Zuhilfenahme fremden guten Willens direkt den Gang der Ereignisse zu leiten beansprucht²). Und die Ethnologie lehrt uns insonderheit alte und älteste Typen kultischen Handelns kennen, die man auch als Opfer zu benennen sich versucht fühlen wird und welche dem in der dargelegten Weise verstandenen Opfer mehr oder weniger ähnlich erscheinen, deren Sinn aber ein prinzipiell anderer, auf der Seite des Zauberwesens liegender ist: wo denn die Frage, ob man auch auf sie die Bezeichnung „Opfer“ anwenden soll, schließlich einen Streit um Worte bedeuten würde. Da ist auf dem Gebiet des Totemismus das Töten — man kann es Opfer nennen — des Totemtiers und sein oder der Totempflanze sakramentales Essen. Aber auch unabhängig vom Totemismus erscheinen Riten, deren Sinn es ist, magische Kraft etwa in einem Tier anzusammeln und jene darauf, indem sozusagen ihr Behälter durch Tötung des Tieres geöffnet wird, sei es in unbestimmten Weiten, sei es in bestimmten Richtungen in Aktion zu setzen¹): etwa zur Vermehrung der betreffenden Pflanzen- oder Tierart, zur Unschädlichmachung einer Tabuverletzung, zur Ausübung eines Zaubers auf Geister und Götter²). Weiter dann, hiermit verbunden oder unabhängig, ein Essen tierischer oder pflanzlicher Substanzen, um Zauberwirkungen auszulösen, dem Esser bestimmte Kräfte mitzuteilen, zwischen ihm und anderen Essern Wesensgemeinschaft zu begründen. In diesem Zusammenhang dürfen weiter die Riten der Bedienung des Feuers und dessen Verwendung im Sonnenzauber oder zum Hinwegbrennen feindlicher Mächte erwähnt werden. Ferner das Mitgeben von Weibern, Dienern, Tieren, Speise, Gebrauchsgegenständen an den Toten und ihre Verbrennung mit ihm¹). Endlich etwa noch das Bauopfer: die Einmauerung heilbringender Substanzen oder lebender Wesen in einem Bau, um dem Festigkeit zu schaffen, Schutzgeister in ihn hineinzusetzen.