Die Religion des Veda c8.s1.37
Die Religion des Veda c8.s1.37
- Language
- German
c8.s1.37
Die Seltenheit derartiger Äußerungen von der Macht des Menschen über den Gott im Ṛgveda zeigt immerhin, daß auf sie der anderweitigen Auffassung des Opfers gegenüber die Unterscheidung anzuwenden ist, die der Erklärer des Veda stets im Auge behalten muß: die Unterscheidung des Vereinzelten von dem, was zum regelmäßigen Inventar des vedischen Denkens gehört. Wie manches Mal redet sich der Dichter sozusagen hinein in die hyperbolische Verherrlichung des Gottes oder der sonstigen Wesenheit, von der er eben spricht: so ist eine Äußerung wie die in jenem Hymnus über die Verehrung, daß die Verehrung auch über die Götter herrscht, nicht allzu ernst zu nehmen. Was aber die beiden ersten angeführten Stellen anlangt, so ist es wohl kein Zufall, daß beidemal die den Indra Jagenden, ihm Auflauernden, ihn wie Vogelsteller Festhaltenden die Rivalen des Redenden sind. Ihre Bemühungen um den Gott werden geflissentlich in gehässiges Licht gestellt, und die Frage an Indra scheint durchzublicken: wirst du dich wirklich von solchen Menschen festhalten lassen wie wenn du ein Vogel wärst und sie die Vogelsteller¹?