Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s4.19.1
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s4.19.1
- Language
- German
c3.s4.19.1
§ 25. Dritte Periode. — Charakteristik des Sūrya-Siddhānta. — Es ist von Interesse, einige der Züge hervorzuheben, die einem Werke wie dem S. S. — welcher doch im ganzen offenbar dasselbe lehrt wie die griechische Astronomie — seinen eigentlich indischen Charakter geben. Obenan steht hier die Anwendung von ungeheueren Zeitperioden. Ein Werk wie das Jyotiṣa-Vedāṅga, das sich nur mit Sonne und Mond befasste und von der Dauer des Umlaufs der beiden nur höchst unenaue Begriffe hatte, konnte sich mit einer cyklischen Periode von fünf Jahren behelfen. Für die, welche die Länge von Jupiters Umlauf auf 12 Jahre schätzten und diese Periode mit dem fünfjährigen Yuga combiniren wollten, genügte die 60jährige Periode. Ein Werk, das wie der Romaka-Siddhānta (über welchen weiter unten) die annähernd genauen griechischen Kenntnisse von der Länge des Jahres und des synodischen Monats hatte, ohne darauf auszugehen, die Bewegungen von Sonne und Mond mit denen der Planeten zu combiniren, konnte noch mit einer Periode von 2850 Jahren auskommen. Nun brauchte aber der Verfasser des S. S. eine Periode, die erstens lang genug war, um, selbst aus ganzen Tagen bestehend, ganze Zahlen von den Umläufen aller Himmelskörper zu umfassen, und die zweitens die Autorität der indischen Überlieferung für sich hatte.