Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.13.4
Astronomie, Astrologie und Mathematik c3.s5.13.4
- Language
- German
c3.s5.13.4
Der Romaka-S. scheint gerade so viel enthalten zu haben, als zur Berechnung des lunisolaren Kalenders und der Mond- und Sonnenfinsternisse nötig war. Der speciell griechische Charakter der Ro. Si. ist evident; die genaue Übereinstimmung des von ihm angenommenen tropischen Jahres mit dem von Hipparch bestimmten und von Ptolemäus recipirten ist der einzige Fall, in dem sich die indische numerische Bestimmung genau mit der griechischen deckt. Dies berechtigt uns aber nicht, etwa zu behaupten, dass während der Ro. Si. als griechischen Ursprungs zu betrachten sei, das vom S. S. repräsentierte System rein indischen Ursprungs sein sollte. Gegen die letztere Annahme bleibt die allgemeine Unwahrscheinlichkeit des unabhängigen Ursprungs zweier radikal verwandter Systeme in voller Kraft. — Zum Beleg der Vermutung, dass die Schriften der griechischen Astrologen Lehren enthalten haben mögen, die mit denen der indischen Werke verwandt waren, möge hier schliesslich auf die von BIOT (Études sur l'Astronomie Indienne p. 205) hervorgehobene Thatsache verwiesen werden, dass nach Theon, dem Commentator des Ptolemäus, die alexandrinischen Astrologen das, was die Astronomen als eine stätige Präcession des Äquinoctiums erklärten, als eine periodische Libration desselben darstellten, welche um einen mittleren im Sternbild der Fische gelegenen Punkt stattfindet.