Indische Palaographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.1
Indische Paläographie von circa 350 a. Chr. – circa 1300 p. Chr. c11.1
- Language
- German
c11.1
§ 37. Schreibmaterialien¹. A. Birkenrinde. — Die innere Rinde oder der Bast des *Bhūrja* (Baetula Bhojpattr) von dem es im Himālaya ausgedehnte Wälder giebt, wird schon von Q. Curtius (VIII. 9) als das Schreibmaterial der Inder zur Zeit Alexanders erwähnt, sowie später häufig in den classischen Sanskritwerken². Sie wird auch schlechthin *lekhana* »Schreibmaterial« genannt und ein Document heisst auch *bhūrja*. Nach Bērūnī³ wurden Stücke, eine Elle lang und eine Spanne breit, zum Gebrauche zubereitet, indem man sie mit Oel einrieb und polierte. Die Kenntnis der Zubereitung ist jedoch in Kashmir verloren gegangen, seit die Einführung des Papieres während der Moghulperiode ein bequemeres Schreibmaterial geliefert hat⁴. In Kashmir finden sich aber noch immer ziemlich zahlreiche alte Bhūrja-MSS. Nach einer mündlichen Angabe Bhāu Dājī's sollen solche auch in Orissa vorkommen, und auf Bhūrja geschriebene Amulette sind im ganzen arischen Indien verbreitet⁵. Der Gebrauch der *bhūrjapattra* ist natürlich vom Nordwesten Indiens ausgegangen, hat sich aber anscheinend früh weithin verbreitet, da die Kupferplatten des centralen, östlichen und westlichen Indiens nach dem Formate derselben, das etwa unserm Quarto entspricht, zugeschnitten sind. Nach vielen Angaben in classischen Sanskritwerken und nach Bērūnī wurden auch alle Briefe auf Bhūrja geschrieben.
Linked texts (1)
- Historiae Alexandri Magni — Q. Curtius Rufus, Latin